© Helge Bauer

Redcoon-Übernahme
03/31/2011

Der Kärntner mit dem Millionen-Riecher

Die Media-Saturn-Holding (MSH) hat für einen dreistelligen Millionenbetrag den deutschen Online-Shop Redcoon gekauft, was den Klagenfurter Hannes Majdic zum großen Gewinner macht – er hielt ein Drittel der Anteile an Redcoon.

Bis spät in die Nacht läutete am Mittwoch eines der drei Handys von Hannes Majdic (53). Der Kärntner, der in Klagenfurt und Villach zwei Hifi-Geschäfte und mit electronic4you.at das größte Online-Shopping-Portal Österreichs betreibt, wurde von Freunden und Partnern „aus der ganzen Welt“ (Majdic) beglückwünscht – die Media-Saturn-Holding (MSH) hatte den deutschen Online-Shop Redcoon gekauft. Für einen dreistelligen Millionenbetrag. Ein Drittel der Anteile an Redcoon hielt Majdic, der damit den Deal seines Lebens machte. Wie viel ihm der Verkauf einbrachte, wollte Majdic im futurezone-Gespräch nicht verraten. „Wir haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.“  Die Verhandlungen gestalteten sich jedenfalls als nicht ganz so einfach, seit einigen Monaten liefen bereits die Gespräche. Die ersten Gerüchte, dass die MSH auf Redcoon ein Auge geworfen hat, wurden Anfang März bekannt. Majdic: „Der Deal freut mich auch als Kärntner, denn erstens gibt es in Kärnten nicht so viele erfolgreiche Geschäftsleute und zweitens ist das endlich wieder einmal eine positive Meldung aus dem südlichsten Bundesland.“

Wie alles begann
Vor etwa acht Jahren hatte sich Majdic beim deutschen Online-Store Redcoon beteiligt, der zuletzt einen Jahresumsatz von 450 Millionen Euro gemacht hat. „Ich habe einst an diese Idee geglaubt, jetzt ist der Traum aufgegangen“, so Majdic. „Einer der größten Handelskonzerne der Welt kauft ein Unternehmen, an dem ich beteiligt bin. Unglaublich eigentlich, ich hatte viel Glück, weil der Herrgott auf mich geschaut hat.“

Devise „Mut haben“
In Zukunft will er sich auf seine zwei Handelsgeschäfte und auf seinen Online-Shop Electronic4You.at konzentrieren. „Aber wer mich kennt weiß, dass ich nicht aufhören kann zu arbeiten.“ Ideen habe er genug, die lasse er nun setzen und dann werde er sich entscheiden, welches Projekt er in Zukunft angeht. „Mit wem ich Geschäfte mache, überlege ich mir dreimal.“ Sehr wahrscheinlich ist freilich, dass auch in Zukunft das Web eine Rolle spielt, „denn das Kaufverhalten wird sich weiter drastisch verändern“, ist Majdic überzeugt. „Meine Tochter kauft heute schon ihre Kleidung in einem amerikanischen Online-Store so, als ob sie ins Modegeschäft ums Eck ginge.“ Jungunternehmern rät er zu mehr Mut: „Man muss an seine Idee glauben und sich was trauen. Nur wer sich was traut, wird auch erfolgreich sein.“

Der Trendscout
Hannes Majdic hat als junger Bankangesteller Ende der 70er Jahre in Klagenfurt aus einer Mietwohnung heraus  Audio-Anlagen verkauft, „Marken, die damals noch kein Mensch kannte, wie etwa Nakamichi, Yamaha oder Akai“. Im ganzen Land hatte er bald den Ruf des „Trendscout“, der über alle Entwicklungen auf dem Unterhaltungs-elektronik-Sektor Bescheid wusste. 2004 eröffnete er seinen ersten Online-Shop, Electronic4You.at, heute macht er mit seinen 25 Mitarbeitern etwa 30 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

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