Quartalsbericht
11/10/2011

Deutsche Telekom mit mehr Gewinn

Rigider Sparkurs wird fortgesetzt

Mit ihrem rigiden Sparprogramm hat die Deutsche Telekom in diesem Jahr Schwächen im operativen Geschäft ausgebügelt und den Nettogewinn kräftig gesteigert. Maßnahmen zur Kostensenkung hätten die Ertragskraft im dritten Quartal verbessert. Der ausgewiesene Überschuss sei um knapp 15 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert worden, sagte Vorstandschef René Obermann am Donnerstag. Dagegen schrumpfte der Konzernumsatz um 4,1 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro.

Weitere Einschnitte
Wegen des scharfen Wettbewerbs und hohen Preisdrucks bereitete der Topmanager die gut 200.000 Beschäftigten auf weitere Einschnitte vor: „Wir wollen wettbewerbsfähig bleiben und haben keinen Spielraum für Lohnerhöhungen“. Auch das Sparprogramm, das die Telekom 2010 aufgelegt hatte, soll fortgesetzt werden. Bis Ende September waren 3,9 Milliarden Euro von geplanten 4,2 Milliarden Euro bis Ende 2012 bereits umgesetzt. 

Zuversicht bei T-Mobile-USA-Verkauf
Zuversichtlich zeigte sich Obermann unterdessen, dass der geplante Verkauf der US-Tochter T-Mobile an den Konkurrenten AT&T in ersten Jahreshälfte 2012 abgeschlossen werden kann. Derzeit liegt die milliardenschwere Transaktion wegen kartellrechtlicher Fragen vor US-Gerichten. Telekom und AT&T hatten sich im Frühjahr auf den Verkauf zu einem Preis von insgesamt 39 Milliarden US-Dollar verständigt. Gegen den Deal sind auch Wettbewerber vor Gericht gezogen.
In Deutschland verbuchte der Bonner Konzern in den ersten neun Monaten 2011 leichte Einbußen beim Umsatz. Geringere Endgeräteumsätze, Effekte aus der Kürzung der Terminierungsentgelte - also der Preise für die Weiterleitung von Gespräche in fremde Netze - sowie Rückgänge im Großhandelsgeschäft ließen die Erlöse bröckeln.

Wachstumstreiber mobiles Internet
Ein Zugpferd und Wachstumstreiber bleibt das mobile Internet. Dessen Umsätze erhöhten sich allein im dritten Quartal um 26 Prozent auf 410 Millionen Euro. Große Hoffnungen setzt die Telekom dabei auch auf das neue iPhone 4S, das in den ersten zwei Wochen nach Marktstart mit 90.000 verkauften Geräten einen reißenden Absatz fand.