B2B 28.06.2017

Digitalisierung erfasst den Investmentbereich

Die Direktbank ING-DiBa will mit digitalen Tools bei der Vermögensverwaltung helfen. Man wolle zugängliche Alternativen zum Sparbuch bieten.

"Vermögensverwaltung ist entweder für die Banken nicht ertragreich oder für die Kunden zu teuer", sagte Martin Krebs, der weltweit Investmentprodukte bei der ING-DiBa verantwortet, am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Die Direktbank, die weltweit 36 Millionen und in Österreich mehr als 500.000 Kunden zählt, will das ändern. Dabei sollen digitale Tools helfen.

In den Niederlanden wird bereits ein digitaler Vermögensverwalter angeboten, der auf Basis der vorab festgelegter Paramater selbstständig Investitionsentscheidungen trifft. In Spanien hat die Bank mit "My Money Coach" ein Tool im Programm, das für Kunden zielgenau Investmentfonds auswählt. In Österreich startete die ING-DiBa im Mai einen Online-Investment-Planer, der heimische Kunden an das Thema heranführen soll. Das Tool empfiehlt nach Angabe der verfügbaren Summe, Risikobereitschaft und Anlagedauer Fonds, die dann in ein Depot übernommen werden können.

Alternativen zum Sparbuch

Die Österreicher seien, was Investments angehe, eher konservativ, sagt Luc Truyens, Chef der ING-DiBa Austria. Die Zinsen würden auf absehbare Zeit niedrig bleiben, auch deshalb wolle man zugängliche Alternativen zum Sparbuch bieten.

Im Schnitt würden 10.000 Euro meist zwischen fünf und zehn Jahren von österreichischen Kunden über den seit knapp eineinhalb Monaten verfügbaren Investment-Planer angelegt, heißt es seitens der Bank. Durchaus auch von älteren Bevölkerungsgruppen: "Die drittstärkste Kundengruppe ist 65 plus."

Großteil nutzt digitales Banking

Die Österreicher seien mit der digitalen Welt bestens vertraut, sagte Krebs. 88 Prozent besitzen nach Erhebungen der Bank ein Smartphone. 87 Prozent der heimischen ING-DiBa-Kunden würden ihre Bankgeschäfte ausschließlich digital, entweder am PC und vor allem mobil , erledigen, rechnete Krebs vor. Im Vergleich zu anderen Ländern ein Spitzenwert.

Die Digitalisierung durchdringe bereits wesentliche Bereiche der Bankenwelt. In den Bereichen Girokonten und Sparen, sei der Digitalisierungsgrad bereits sehr hoch. Bei Krediten nehme er zu, sagte der ING-DiBa-Manager: Nun erfasse die Digitalisierung auch zunehmend Anlageberatung und Investments.

Umbruch

Die Bankenwelt befinde sich im Umbruch, sagte ING-DiBa-Austria-Chef Truyens. Die Banken müssten lernen, dass nicht mehr sie, sondern die Kunden im Mittelpunkt stünden. Das zwinge Banken zum Umdenken und auch zu Partnerschaften, etwa mit Fintechs. Banken müssten effizienter werden und Kosten zu senken. Die Digitalisierung helfe dabei, sagte Krebs: "Die Kunden müssen digitales Banking aber auch wollen."

Disclaimer: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der ING-DiBa.

(futurezone) Erstellt am 28.06.2017