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Cebit Digitalisierung: Hälfte der Firmen ändert Geschäftsmodell.

Auf der CeBIT, die Sonntagabend eröffnet wird, steht die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Fokus.
Auf der CeBIT, die Sonntagabend eröffnet wird, steht die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Fokus. - Foto: APA/dpa/Friso Gentsch
Die Digitalisierung durchdringt inzwischen alle Bereiche der Wirtschaft. In jedem zweiten Unternehmen wandeln sich laut dem Branchenverband Bitkom die Geschäftsmodelle.

Die Digitalisierung stellt Unternehmen in Deutschland heute vor ähnlich große Probleme wie der Fachkräftemangel. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom. Bei der Digitalisierung gehe es heute nicht mehr um einzelne Produkte oder Dienstleistungen, sondern um das große Ganze, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Sonntag zum Start der IT-Messe CeBIT in Hannover. „Wer jetzt nicht die Weichen für die Zukunft stellt, ist schnell vom Markt verschwunden.“ Das hätten bereits Medienhäuser und Einzelhändler erfahren und es werde künftig auch für Autohersteller, Maschinenbauer oder Taxifahrer gelten.

Abhängigkeiten vermeiden

Um die digitalen Veränderung der Wirtschaft aktiv zu gestalten, sollten Unternehmen nach Bitkom-Einschätzung einseitige Abhängigkeiten vermeiden und wichtige Schlüsseltechnologien beherrschen. „Wir brauchen mehr digitale Souveränität“, sagte Kempf. Es gehe darum, einen Mittelweg zwischen Fremdbestimmung und Selbstgenügsamkeit einzuschlagen. „Digitale Souveränität heißt, dass wir in zentralen Technologiefeldern über Kompetenzen verfügen.“ Zudem müssten Unternehmen aber auch Angebote von Partnern fachkundig beurteilen können.

Politische Unterstützung

Die Entwicklung digitaler Souveränität benötige in Deutschland aber auch politische Unterstützung. Das betreffe etwa das Urheber-, Wettbewerbs- und Steuerrecht, aber auch den Daten- und Verbraucherschutz sowie die Telekommunikations- und Medienordnung. „Veraltete Gesetze dürfen innovative Geschäftsmodelle nicht verhindern“, forderte Kempf. „Die Digitalisierung muss sich wie ein roter Faden durch alle Politikfelder ziehen.“

Der Analyse großer Datenmengen wird Kempf zufolge bei der Digitalisierung eine zentrale und entscheidende Rolle zukommen. Davon werde es abhängen, wie der digitale Wandel in der Produktion bewältigt werde, sagte Kempf. Anders als in den vergangenen Jahren gehe es heute um die Auswertung vor allem von unstrukturierten Daten in Echtzeit. Bei der Verkehrslenkung, dem autonomen Fahren und besonders im Gesundheitswesen werde die Analyse großer Datenmengen für enorme Fortschritte sorgen.

„Digitales Wirtschaftswunder“

Auf der CeBIT in Hannover, die Sonntagabend eröffnet wird, steht unter dem Kunstbegriff „d!conomy“ die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Fokus. Auf der Messe sollen Besucher Antworten auf alle Fragen zur Digitalisierung aus erster Hand bekommen, sagte Oliver Frese, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG. Es sei noch nie so wichtig wie heute gewesen, sich Wege in ein „digitales Wirtschaftswunder“ zu erschließen.

(dpa, futurezone) Erstellt am 15.03.2015, 13:07

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