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10.11.2012

Display-Herstellern droht EU-Kartellstrafe

Samsung, Philips und LG werden Preisabsprachen bei der Produktion von Kathodenstrahlröhren für TV-Geräte vorgeworfen. Auch das französische Unternehmen Technicolor sowie Panasonic und Toshiba sollen an den illegalen Aktivitäten beteiligt gewesen sein.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, werden die Strafen für die beteiligten Unternehmen am 28. November verkündet. Die Informationen dazu stammen von Personen, die mit der Sachlage vertraut sind.

Die Untersuchungen zu dem Fall liegen bereits einige Jahre zurück, das Beweismaterial wurde Ende 2007 beschlagnahmt. Der maximale Strafrahmen, den die EU verhängen kann, liegt bei zehn Prozent des Jahresumsatzes. Im Fall von Samsung wären das knapp vier Milliarden Euro, bei Philips knapp 2,3 Milliarden.

Absprachen bereits seit den 90ern
Es wird jedoch nicht erwartet, dass die EU den vollen Strafrahmen auch ausnutzen wird. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Zahlungen empfindlich hoch ausfallen werden, da das Kartell lange existiert hat und angeblich bereits in den späten 1990er Jahren gegründet wurde.

Kathodenstrahlröhren wurden mittlerweile zu einem großen Teil von Displaytechnologien wie LCD, Plasma und OLED verdrängt. Erst vor zwei Jahren hat die EU Samsung, LG und Chunghwa Picture Tubes wegen LCD-Preisabsprachen zu einer Strafe von 648 Millionen Euro verurteilt. 2011 wurden vier Produzenten von Glas für Kathodenstrahlröhren zu einer Strafe von knapp 129 Millionen Euro verurteilt.

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