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San Francisco
08/31/2011

Dreamforce: Größte Cloud-Konferenz der Welt

Salesforce, einer der führenden Anbieter von Cloud-Lösungen für Unternehmen, treibt sein Geschäft immer stärker in Richtung "Social Media". Die größte Herausforderung ist dabei, Unternehmen die Ängste zu nehmen, ihre internen Daten auf die Server des Cloud-Anbieters auszulagern.

von Jakob Steinschaden

Am Dienstag Morgen (Ortszeit) startete mit der "Dreamforce", die vom US-Cloud-Anbieter Salesforce ausgerichtet wird, die aktuell größte Entwickler-Konferenz der Welt. Mit mehr als 42.000 Besuchern will man die "Oracle OpenWorld", die 2010 rund 40.000 Personen anlockte, als führenden Event zum Thema Unternehmens-Software ablösen. Das Aufgebot ist entsprechend stark: Neben Salesforce-CEO Marc Benioff, der am Mittwoch Morgen neue Dienstleistungen und Produkte des börsennotierten Unternehmens vorstellen wird, werden auch Ex-Google-CEO Eric Schmidt, Tim Campos von Facebook oder EU-Kommissarin Neelie Kroes Vorträge halten. Das nicht gekleckert, sondern geklotzt wird, zeigt auch das Abendprogramm für die Teilnehmer: Metallica werden für Salesforce ihren ersten "Corporate Gig" spielen. Um möglichst viele Besucher ins Moscone Center zu locken, vergibt Salesforce aktuell auch kostenlose Tickets an Kurzentschlossene.

Mehr "Social"
Unter dem Motto "Willkommen im Social Enterprise" will Salesforce seine Cloud-Dienste um soziale Komponenten auffetten. Wie PC World schreibt, ist dreierlei zu erwarten: Erstens wird Salesforce wahrscheinlich Lösungen zeigen, die Unternehmen bei der Analyse des eigenen Images in Online-Netzwerken helfen sollen. Passend dazu hat Salesforce vor kurzem den "Social Monitoring"-Dienst Radian6 um 326 Mio. Dollar übernommen. Zweitens wird Benioff wahrscheinlich neue Features für "Chatter" vorstellen, das als Online-Netzwerk zur internen Firmen-Kommunikation dient und mittelfristig das Intranet ablösen soll. Drittens geht PC World davon aus, dass Salesforce neue Technologien bereitstellen könnte, mit deren Hilfe Firmen Online-Netzwerke für ihre Kunden machen können. Gerüchte zu einer Übernahme von Assistly, das entsprechende Software entwickelt, kursieren bereits.

Verschlüsselung
Wichtig wird für Salesforce sein, die Bedenken vor allem europäischer Unternehmen auszuräumen, interne Daten in die Cloud auszulagern. Dazu hat man einerseits EU-Kommissarin Neelie Kroes eingeladen, andererseits vergangene Woche den Verschlüsselungs-Dienst Navajo Systems für rund 30 Mio. Dollar aufgekauft. Die Einbindung der Encryption-Lösung könnte es Salesforce-Kunden künftig ermöglichen, Daten auf den Salesforce-Servern zu verschlüsseln, um sich etwa vor dem Zugriff der US-Regierung (Stichwort "Patriot Act") zu schützen.

Nervöse Konkurrenz
Microsoft dürften die Anstrengungen von Salesforce nervös gemacht haben. So hat der Software-Riese aus Redmond wenige Stunden vor dem Start der Dreamforce die Kampagne "Cloud CRM for Less" gestartet. Mit dem Angebot, 150 Dollar pro Nutzer rückzuerstatte, sollte eine Firma mit 50 bis 500 Anwendern zu "Microsoft CRM Online" (44 Dollar/User/Monat) wechseln, will man offenbar Salesforce-Kunden abspenstig machen. Auch Oracle reagierte auf die Dreamforce und ließ rund um das Moscone Center, das vor Salesforce-Logos nur so strotzt, riesige Luftballons in Wolkenform mit der Aufschrift "Oracle CRM #1" platzieren.

Die futurezone wird ausführlich von der Dreamforce-Konferenz berichten.