B2B
07/18/2013

Ericsson glaubt nicht an baldige Erholung

Scharfer Konkurrenzkampf der Netzwerkausrüster mit Chinas Huawei und ZTE

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Ericsson aus Schweden hat nach einem überraschend schwachen Quartal Hoffnungen auf eine baldige Branchenerholung gedämpft. Zwar hat Ericsson als Marktführer die Flaute bisher relativ gut überstanden, doch das Unternehmen verfehlte im abgelaufenen Vierteljahr bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Experten klar. Ericsson-Aktien reagierten im frühen Geschäft mit Abschlägen von 4,6 Prozent.

Im zweiten Quartal stieg der Betriebsgewinn zwar auf 2,5 Mrd. Schwedische Kronen (289,7 Mio. Euro), wie Ericsson am Donnerstag bekanntgab. Allerdings hatten Experten mit einem Gewinn von 498 Mio. Euro gerechnet. Das Ergebnis wurde durch Einmalkosten in Höhe von 104 Mio. Euro belastet. Doch auch der Umsatz lag mit 6,4 Mrd. Euro unter den Erwartungen.

Zuletzt zeichnete sich eine Erholung der Branche ab. Viele Mobilfunkanbieter rüsten allmählich ihre Netze weiter auf. Die europäischen Netzwerkbauer wie Ericsson, NSN und Alcatel Lucent stehen allerdings in einem scharfem Wettbewerb mit chinesischen Anbietern wie Huawei und ZTE. Die Preisgestaltung chinesischer Unternehmen beschäftigt auch die EU-Kommission. Sie hatte bereits mit Anti-Dumping-Ermittlungen gedroht.

Siemens ist Anfang des Monats überraschend aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia, NSN, ausgestiegen. Die Münchner gaben ihren Anteil von 50 Prozent für 1,7 Mrd. Euro an die Finnen ab. NSN gilt bei Experten als Problemfall.