B2B
26.10.2017

Erste Bank will sich Kryptowährungen "genau ansehen"

Erste Bank-PrivatkundenvorstandThomas Schaufler (honorarfreies Pressefoto) © Bild: /Erste Bank

Die Erste Bank und Sparkassensektor gewinnen vor allem dank "George" heuer rund 200.000 Kunden dazu. Zu Blockchain und Kryptowährungen gibt man sich noch zurückhaltend.

Die Online-Banking-Plattform "George" hilft der Erste Bank und dem Sparkassensektor dabei, neue Kunden und zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Im Onlinebanking zähle man bereits 1,4 Millionen Kunden, und die Kundenzahl von Erster und dem Sektor zusammen werde heuer brutto um 200.000 bis 220.000 steigen - sehr stark durch "George", wie Privatkundenvorstand Thomas Schaufler am Mittwochabend sagte.

Nicht mehr in die Filiale für Wertpapierdepot

Mit 9. November werde man alle Kunden auf "George" haben. Diese Plattform, auf der seit fast einem Jahr auch Wertpapiere gehandelt werden können und nun eine Konto-Eröffnung rein via Internet möglich ist, soll ab Jänner auch Kunden anderer Banken offenstehen. Ab 2018 werde man auch ein Wertpapierdepot von daheim aus per Online-Legitimierung eröffnen können, so Schaufler: "Ich muss dafür dann nicht mehr in die Filiale gehen." Die Ausweisdaten würden elektronisch geprüft. Auch durch Wohnraumfinanzierungen gewinne man neue Kunden hinzu, die ihr Konto von woanders zur Erste verlagern würden.

Für 2018 plane die Erste Bank eine Offensive zum Thema Vermögensaufbau. Es sei nämlich unverständlich, dass in Österreich trotz der niedrigen Einlagezinsen noch immer so viel Geld auf Sparbüchern oder Konten liege und nicht in Wertpapiere investiert sei. "240 Milliarden Euro liegen auf Privatkonten, laut OeNB aber auch rund 22 Milliarden Euro cash zu Hause." Anbieten würden sich Sparpläne etwa ab 50 Euro Einzahlung pro Monat, dazu plane die Erste Bank einen Beratungsprozess. Günstig wäre es laut Schaufler, wenn Kapitalpläne zur langfristigen Vermögensbildung in den ersten fünf Jahren KESt-frei gestellt werden könnten.

Erste Tests zu Blockchain

Besonders stolz ist Schaufler auf die neuen Flagship-Filialen - die jüngste öffnete vorige Woche in der Mariahilfer Straße. Dort gebe es 45 bis 50 Berater an einem Standort, weitere Experten könnten bei Bedarf über Video aus der Zentrale am Campus zugeschaltet werden, etwa wenn es um Spezialfragen wie Exportfinanzierungen gehe. In den Flagship-Stores gebe es generell längere Öffnungszeiten - und in der Vorweihnachtszeit werde, wie Am Graben, auch dort am Samstag offen sein.

Zu Kryptogeld ist die Erste Bank noch reserviert. "Wir sehen uns das ganz genau an", sagte Schaufler im Gespräch mit Journalisten. Und zum Thema Blockchain laufen vorerst nur Tests. Zwar möge diese Technologie, die weltweit binnen Sekunden Überweisungen ermöglicht, im Zahlungsverkehr hohe Sicherheit bieten, doch sei ein Problem, dass dabei viele Server angesprochen werden, was in der Folge im Weltmaßstab zu einem unglaublich hohen Energieverbrauch führen könne.