WETTBEWERB
12/08/2010

EU-Bußgeld für LCD-Bildschirmhersteller

649 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen

Fünf asiatische Hersteller von Flachbildschirmen müssen wegen illegalen Preisabsprachen ein saftiges EU-Bußgeld von insgesamt 649 Millionen Euro zahlen. Der koreanische Hersteller Samsung muss nichts zahlen, da er die Verstöße in Brüssel beichtete, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Mittwoch.

Chimei Innolux Corp. muss allein 300 Millionen Euro in die EU- Kasse überweisen, LG Display 215 Millionen Euro. Die Hersteller hätten zwischen Oktober 2001 und Februar 2006 Preise abgesprochen und Märkte aufgeteilt. Die LCD-Bildschirme seien einzeln oder eingebaut in Computern und Fernsehgeräten verkauft worden. Damit sei insgesamt ein Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro erzielt worden.

Geheime Treffen

Wie Almunia berichtete, hatten sich die Unternehmen etwa 60 Mal in Taiwan getroffen. Alle Absprachen waren illegal, betonte der Spanier. "Außereuropäische Unternehmen müssen sich an die Regeln halten, die innerhalb Europas gelten." Die Kommission hat Beweise, dass sich die Unternehmen über die Unrechtmäßigkeit ihrer Absprachen im Klaren waren. Deshalb hätten sie versucht, die Treffen geheim zu halten.

Es sei die siebte Kartellentscheidung der Kommission in diesem Jahr, sagte Almunia. Insgesamt verhängten die Wettbewerbshüter der EU mehr als drei Milliarden Euro Geldstrafen. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern und Unternehmen sind in der EU streng verboten. Die Kommission kann Unternehmen mit bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes bestrafen.

(dpa)