B2B
04/22/2013

EU-Kommission geht gegen Chip-Kartell vor

Mehrere Hersteller von Mikroprozessoren von Plastikkarten, beispielsweise für SIM-Karten, sollen verbotene Preisabsprachen getroffen haben. Die EU-Kommission kündigte nun an, dass dem nachgegangen werde. Den Unternehmen drohen Geldbußen bis zu 10 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Die EU-Kommission wirft mehreren Chip-Herstellern eine verbotene Preisabsprache vor. Die Anbieter von speziellen Mikroprozessoren für Plastikkarten seien darüber informiert worden, dass die EU-Behörde dem Vorwurf der Kartellbildung nachgehe. Das teilten die obersten Kartellhüter Europas heute, Montag, in Brüssel mit, ohne die Namen der betroffenen Unternehmen zu nennen. Den Firmen drohen hohe EU-Geldbußen von bis zu 10 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Beispiel SIM-Karten
Sogenannte Smartcard-Chips werden in Plastikarten eingebaut. Dazu zählen etwa SIM-Karten in Mobiltelefonen, Bankkarten, Pässe, Personalausweise oder Karten für das Bezahlfernsehen.
Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Unternehmen mit unlauteren Mitteln gegen Wettbewerber vorgehen und ihre Marktmacht missbrauchen, könnten Geldstrafen anfallen. Eine Frist für das Verfahren gibt es nicht.

Vergleichsgespräche werden ins Visier genommen
Die Mitteilung der Beschwerdepunkte ist ein Zwischenschritt bei der Untersuchung der EU-Kommission. Die Unternehmen können jetzt zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Zunächst hatte die EU-Behörde Vergleichsgespräche mit den Unternehmen ins Auge gefasst, wegen fehlender Fortschritte aber eingestellt. „Somit wird nun das normale Kartellverfahren seinen Lauf nehmen", teilte die EU-Behörde mit.

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