B2B
04.02.2014

“Europa muss seine IKT-Hoheit zurückgewinnen"

Auf dem Wiener egovday des österreichischen Software-Unternehmens Fabasoft reichten die Themen der Präsentationen von Barrierefreiheit bis hin zu politischen Forderungen.

Im Mittelpunkt des egovday 2014 standen die “Digital Natives”, also jene Generation, die nach 1980 geboren wurde und für die Tablets, Smartphones, Facebook und Co selbstverständlich sind.

Diesem Thema widmete sich auch der erst 19-jährige Unternehmensberater Philipp Riederle in seinem Vortrag. Er beschrieb aus der Sicht eines Digital Natives, wie die “digitale Revolution” unser Verhalten, unsere Kommunikation und unsere persönlichen Bedürfnisse verändert hat.

Elektronische Akte

Im Hinblick auf diese "digitalen Umwälzungen" zeigten die Fabasoft-Mitarbeiter Tanja Stingeder, Stefan Arnold und Stefan Berndorfer wie die eGov-Suite in der Praxis angewandt werden kann und dabei diese neuen “jugendlichen” Anforderungen berücksichtigt werden. Außerdem demonstrierte Stefan Arnold, Leiter der Produktentwicklung der Fabasoft eGov-Suite, wie diese über alle gängigen mobilen Endgeräte und Webbrowser abgerufen werden kann.

Die Fabasoft eGov-Suite ist eines der führenden Produkte für Enterprise Content Management (ECM) in der öffentlichen Verwaltung. Eingesetzt wird die eGov-Suite beispielsweise vom österreichischen Bundeskanzleramt, der oberösterreichischen und niederösterreichischen Verwaltung, dem deutschen Eisenbahn-Bundesamt, dem Land Niedersachsen und der Bayrischen Polizei.

Barrierefreiheit

Enterprise Content Management-Systeme, die vor allem in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden, sollen nicht nur unabhängig von Endgerät und Betriebssystem problemlos funktionieren, sondern auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen leicht bedienbar sein.

In einer Live-Demo zeigte Mario Batusic, Accessibility-Experte bei Fabasoft, wie Barrierefreiheit in der eGov-Suite umgesetzt wurde. Batusic ist selbst blind und seit 2011 bei Fabasoft für den Bereich Accessibility verantwortlich.

Um die Zugänglichkeit der eGov-Suite messen zu können, wurde die Pfennigparade, Fachzentrum für Barrierefreiheit im Internet beauftragt, zu testen, inwieweit es Menschen mit besonderen Bedürfnissen möglich ist, vollständig mit der Software zu interagieren. Im Rahmen des Prüfverfahrens wurde der BITV-Test nach WCAG 2.0 Richtlinien angewandt. Bei den insgesamt 50 Prüfschritten ist auch das Bayrische Innenministerium, das die eGov-Suite in seiner Verwaltung einsetzt, in den Praxistest eingebunden worden.

Joachim Hellriegel von Pfennigparade, der den Test koordinierte, bescheinigte der eGov-Suite eine “gute” Zugänglichkeit. Demnach gebe es im gesamten deutschsprachigem Raum keine vergleichbare Anwendung.

United Clouds of Europe

Den Abschluss des egovday 2014 machte ein Vortrag von Helmut Fallmann, Gründer und Co-CEO von Fabasoft. Unter dem Titel “United Clouds of Europe“ erläuterte Fallmann Erkenntnisse aus dem NSA-Skandal, wie etwa die negativen Auswirkungen von Betriebs- und Industriespionage auf den europäischen Wirtschaftsstandort.

Weil Daten das Gold der Zukunft sein werden, plädierte Fallmann dafür, dass Unternehmen europäische Cloud-Dienste in Anspruch nehmen sollten. Und zwar Cloud-Dienste, die ihren Kunden auf Basis der europäischen Rechtslage zusichern, dass die Daten auch physisch im europäischen Rechtsraum bleiben. Dafür brauche Europa einheitliche Gesetze für die digitale Wirtschaft, forderte Fallmann.

Neben mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, Reformen im Bildungsbereich und einer wegweisenden Zukunftsstrategie auf europäischer Ebene gelte es, die IKT-Hoheit wieder zurückzugewinnen, so Fallmann. Ohne derartiger Neuerungen werde Europa weiter in eine Rezession schlittern und von Ländern wie Indien, China oder Brasilien überholt werden.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Fabasoft.