B2B
01/18/2013

Ex-Orange-Chef für Telekom-Vollprivatisierung

Michael Krammer, mit der Übernahme durch Drei abgetretener Chef der Mobilfunkfirma Orange, empfiehlt der Politik eine Vollprivatisierung der Telekom Austria (A1). Warum diese an der Beteiligung festhalte, sei unverständlich.

„A1 ist ein tolles Unternehmen mit sehr viel Potenzial. Wenn man sich aber die Dinge anschaut, die in der Telekom in den letzten Jahren passiert sind, sind das so klare Zeichen, dass dieses Unternehmen zu 100 Prozent privatisiert werden müsste", meinte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Format".

Unverständnis
Für ihn stelle sich die Frage, was der Staat von seinem 28-Prozent-Anteil an der börsenotierten Telekom habe. „Fünf Cent Dividende pro Aktie? Ich verstehe nicht, warum die Politik so an der Beteiligung festhält. Viele Länder sind bereits den Weg einer Vollprivatisierung gegangen und infrastrukturmäßig deutlich besser aufgestellt als Österreich. Die Doppelrolle als Unternehmer und Regulator für den Gesamtmarkt sehe ich sehr kritisch", so Krammer, der vor Orange bereits tele.ring und die deutsche ePlus geleitet hat.

Seine Zukunft sieht Krammer nach dem Verkauf von Orange an 3 (die futurezone

) entspannt. „Mein Lebensmotto lautet: Freiheit ist nicht, das zu tun, was man liebt, sondern das zu lieben, was man tut. (...) Dahinvegetieren geht bei mir gar nicht." Ob er es wieder probieren würde? „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und damit meine ich nicht die finanziellen, ja, natürlich. Eigentümerstruktur und Gestaltungsspielraum müssen stimmen. (...) Ich habe mein Beratungsunternehmen gegründet (Anm.: MDC3), und es gibt eine Reihe von Anfragen für Telekom-Beratungen für ausländische Unternehmen."

Mehr zum Thema

  • Drei-Deal: Orange bleibt bis Sommer Orange
  • Drei schließt Übernahme von Orange offiziell ab
  • Nach Yesss!-Übernahme: A1 erhöht Bob-Tarif
  • Telekom Austria: Wiedergeburt der Marke "One"