B2B
12.08.2016

Foxconn-Eigentümer Hon Hai steigt bei Sharp ein

Der Mutterkonzern des Apple-Zulieferers zahlt 388 Milliarden Yen für 66 Prozent am japanischen Elektronikkonzern. Damit scheint die Zukunft von Sharp gesichert.

Mehr als vier Monate nach der Einigung auf die Übernahme des japanischen Elektronikkonzerns Sharp durch den taiwanesischen Apple-Zulieferer Foxconn haben die chinesischen Kartellbehörden grünes Licht gegeben. Damit hat Sharp nun Zugriff auf das Geld von Foxconn.

Der Mutterkonzern von Foxconn, Hon Hai, zahlt 388 Mrd. Yen (3,4 Mrd. Euro) für einen 66-Prozent-Anteil an Sharp. Zudem habe Sharp die Zusicherung neuer Kredite in Höhe von 300 Mrd. Yen erhalten, teilte das Unternehmen heute, Freitag, weiter mit.

Von Japan nach China

Mit der Mehrheitsübernahme wird erstmals ein großer japanischer Elektronikkonzern Teil eines ausländischen Unternehmens. Konzernchef Kozo Takahashi trat am Freitag zurück, zu seinem Nachfolger soll am Samstag Tai Jeng-wu gewählt werden, ein Vertrauter von Hon-Hai-Chef Terry Gou.

Sharp hatte dem Geschäft schon im Februar zugestimmt, beschlossen wurde es aber erst Ende März zu einem deutlich niedrigeren Preis als ursprünglich vereinbart. Sharp und Hon Hai arbeiten bereits seit Jahren bei der Technologie für Großbildschirme zusammen und nutzen gemeinsam eine Fabrik im japanischen Sakai.

In der Dauerkrise

Sharp steckt seit längerem in der Krise, unter anderem wegen der scharfen Konkurrenz bei Technologien für LCD-Bildschirme und der Finanzkrise von 2008 und 2009. Berichten zufolge soll China die Zustimmung zur Übernahme durch Foxconn verzögert haben.