B2B
15.06.2017

Führungskrise: Uber bekommt nun 14 Chefs

Einer für alle, alle für einen. Nach der unbefristeten Auszeit des Uber-Gründers Travis Kalanick wird die Führungsfrage nicht mit einem, sondern 14 Geschäftsführern gelöst.

Das aufgrund von Vorwürfen wegen sexueller Belästigungen, Diskriminierungen, aber auch anderem Mismanagement unter Druck geratene Unternehmen muss sich nach der unbefristeten Auszeit des umstrittenen Uber-Mitgründers Travis Kalanick sowie dem Abgang seines Stellvertreters Emil Michael komplett neu aufstellen. Künftig soll Uber nicht mehr von einer Führungspersönlichkeit, sondern gleich von 14 Vorständen geleitet werden.

Komitee statt Führungskraft

Wie Yahoo Finance aus drei Quellen innerhalb des Unternehmens erfahren hat, setzt Uber künftig auf ein Komitee, das aus Regionsverantwortlichen, aber auch Produktmanagern, dem Sicherheitsverantwortlichen, aber auch Topjuristen, der Personal-Chefin und dem Verantwortlichen für die technologische Weiterentwicklung besteht. Die 14 Geschäftsführer waren bislang alle Kalanick unterstellt. Laut Insidern wurden alle Entscheidungen von ihm abgesegnet. Wie das große Führungsteam künftig den 12.000 Mitarbeiter umfassenden Konzern lenkt, bleibt abzuwarten.

Branchenkenner erwarten, dass die auf eine Führungspersönlichkeit zugeschnittene Firmenkultur zu einem Problem für ein derartig großes Führungsteam mit unklarer Rollenverteilung werden könnte. "Es handelt sich um eine Gruppe sehr unterschiedlicher Führungspersönlichkeiten. Die Leute werden sich auf eine oder andere Seite schlagen müssen, um ihre Agenden durchzusetzen", wird der Firmeninsider von Yahoo Finance zitiert.