B2B
23.01.2017

Hackerangriffe: US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Yahoo

Der US-amerikanische Internetkonzern könnte die Öffentlichkeit zu spät über zwei Datenlecks informiert haben.

Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht einem Bericht zufolge die Vorgänge rund um zwei große Hackerangriffe auf den Internetriesen Yahoo. Es solle festgestellt werden, ob das Unternehmen die Öffentlichkeit zu spät über die Vorfälle informiert habe, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise.

Die SEC habe Yahoo deswegen schon im Dezember um Unterlagen zu den Hackerattacken gebeten. Das Unternehmen hatte im September mitgeteilt, dass im Jahr 2014 Daten von 500 Millionen Nutzerkonten gestohlen wurden. Im Dezember gab Yahoo dann bekannt, dass bereits 2013 sogar mehr als eine Milliarde Nutzerkonten von einer Hackerattacke betroffen waren.

Jahrelang verzögert

Die SEC will nun laut "Wall Street Journal" herausfinden, warum es bis zur Bekanntgabe der Angriffe jeweils mehrere Jahre dauerte. Über die Einleitung eines formalen Verfahrens gegen Yahoo sei noch nicht entschieden worden. Die US-Gesetze schreiben vor, dass Unternehmen, die Opfer eines Cyberangriffs werden, dies umgehend öffentlich machen müssen.

Yahoo befindet sich derzeit in einem Übergangsprozess. Der US-Telekommunikationsriese Verizon will das Kerngeschäft des einstigen Internetpioniers kaufen - Suchmaschine, Internetdienste wie Yahoo News und Yahoo Mail und das Geschäft mit Onlinewerbung. Nach Bekanntwerden der beiden großen Hackerangriffe war zuletzt aber unklar, ob das Geschäft noch zustande kommt. Am Montag werden die Yahoo-Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2016 veröffentlicht.