© Kimberly White, reuters

B2B
04/18/2012

Höhere Einnahmen: Yahoo erzielt Umsatzplus

Der Internet-Konzern Yahoo erzielte in diesem Quartal ein Umsatzplus dank höherer Werbeeinnahmen. Die klassische Bannerwerbung schwächelt dennoch, die meisten Gewinne werden in Unternehmen, an denen Yahoo nur beteiligt ist, erzielt.

Höhere Werbeeinnahmen haben dem angeschlagenen Internet-Konzern Yahoo zum ersten Umsatzplus in einem Quartal seit drei Jahren verholfen. Vor allem bessere Preise für an die Suche gebundene Werbung seien der Grund, warum der Umsatz von Januar bis März zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2008 im Jahresvergleich gestiegen sei, erläuterte Finanzchef Tim Morse im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Das wichtige Geschäft mit Bannerwerbung sei jedoch um vier Prozent zurückgegangen.

Insgesamt verdiente Yahoo mit 286 Millionen Dollar knapp 30 Prozent mehr als zum Jahresbeginn 2011. Damit übertraf der US-Konzern auch die Erwartungen der Analysten, die einen Gewinn auf Vorjahresniveau prognostiziert hatten. Nachbörslich kletterte die Yahoo-Aktie deutlich. Der Netto-Umsatz des einstigen Internet-Pioniers legte leicht auf 1,077 Milliarden Dollar zu.

Online-Werbemarkt unsicher
Yahoo hat mit der Konkurrenz von Google und Facebook zu kämpfen. Gewinn und Umsatz schrumpften, eine Wende zum Positiven war zuletzt nicht in Sicht. Der neue Chef Scott Thompson kündigte die Streichung von etwa 2000 Arbeitsplätzen an. Das entspricht 14 Prozent der Belegschaft. Finanzchef Morse wies darauf hin, dass der Online-Werbemarkt insgesamt unter anderem unter der Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung in Europa leide. In den kommenden Jahren werde das Wachstum in dieser Branche daher moderat sein. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."

Experten wiesen darauf hin, dass ein großer Teil des Gewinnanstiegs von den Beteiligungen anderen Unternehmen wie dem chinesischen Internet-Konzern Alibaba Group stamme. „Ihre Minderheitsbeteiligungen werfen mehr Gewinn ab als ihr Kerngeschäft", sagte Colin Gillis von BGC Partners. „Das ist bedauerlich."