B2B
08.06.2015

HTC laufen nach schwacher Umsatzprognose Anleger davon

Der Fall des taiwanischen Smartphone-Herstellers kann auch vom neuen CEO Cher Wang nicht gebremst werden. Die Gewinnprognose wurde um 30 Prozent nach unten korrigiert.

Dem Smartphone-Pionier HTC laufen die Anleger in Scharen weg. Am Montag reagierten sie mit Massenverkäufen auf die düsteren Geschäftsaussichten des Konzerns aus Taiwan. Der Kurseinbruch der HTC-Aktie fiel mit fast zehn Prozent so deutlich aus wie nie zuvor. Das Management hatte am Freitag für das laufende Quartal eine neue Umsatzprognose präsentiert, die nahezu 30 Prozent unter der bisherigen liegt. Branchenexperten bemängeln eine dürftige Produktauswahl und Schwächen im Software- und Dienstleistungsangebot, das bei Konkurrenten wie Apple und Xiaomi erheblich besser sei.

Analysten: Beste Hardware reicht nicht

„Traditionelle Smartphone-Hersteller wie HTC denken, solange sie die beste Hardware produzieren, werden sie gute Absätze erzielen“, sagte Analyst Wanli Wang vom Wertpapierhandelshaus CIMB Securities. Dies sei aber nicht mehr der Fall. Der Niedergang des 1997 gegründeten Unternehmens ist eklatant: Wang schätzt den weltweiten Marktanteil von HTC auf inzwischen unter zwei Prozent. Zu Spitzenzeiten im Jahr 2011 waren es fast zehn Prozent. Damals war die HTC-Aktie noch etwa 15-mal so teuer wie mittlerweile. Im März entschloss sich der Konzern zu einem Führungswechsel. Doch auch die neue Firmenchefin Cher Wang konnte die Anleger bislang nicht überzeugen. Im Gegenteil: Der HTC-Börsenwert ist seitdem um 28 Prozent geschrumpft.