Wechsel
10/26/2011

IBM erstmals mit weiblicher Führung

Mit Virginia M. Rometty erhält der IT-Konzern IBM eine Frau an seiner Spitze. Rometty löst Vorstandschef Samuel J. Palmisano ab.

Wie IBM bekanntgab, wird Rometty die Geschicke des Konzerns ab 2012 leiten. Palmisano, der IBM seit 2002 führt, wird im Aufsichtsrat verbleiben. Die 54-Jährige bisherige Verkaufsleiterin hat dann nicht nur 430.000 Mitarbeiter unter sich, sondern muss auch das Kunststück schaffen, einen der erfolgreichsten Manager der USA zu beerben. Dieser hatte den ehemaligen Computerhersteller zu einem Dienstleistungsgiganten umgebaut.

Palmisano für Totalumbau verantwortlich
"Sam hat uns vor allem beigebracht, niemals damit aufzuhören, IBM neu zu erfinden", sagte Rometty am Dienstag am Firmensitz in Armonk im US-Bundesstaat New York. Palmisano war 2002 zum IBM-Chef aufgestiegen und drückte dem Unternehmen seinen Stempel auf: Er verkaufte nacheinander das angestammte Geschäft mit PCs, Druckern und Festplatten und steckte die Erlöse in den Zukauf von Softwarefirmen sowie in den Ausbau des Beratungs- und Servicegeschäfts.

Der Umbau war erfolgreich. Heute ist IBM ein Koloss mit einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar und einer Börsenbewertung von mehr als 250 Milliarden Dollar. Damit ist das Computerurgestein, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hat, mehr wert als Google oder Microsoft und wird unter den Technologiefirmen nur noch von Apple übertroffen. IBM betreibt heute etwa die Rechenzentren für andere Firmen. Das ist hat sich als lukrativer erwiesen, als nur Hardware zu bauen. Von der alten IBM sind im Wesentlichen noch die leistungsstarken Firmenrechner übrig geblieben.

Von der Systemtechnik in die Verkaufsleitung
Rometty hatte 1981 als Systemtechnikerin angefangen und sich bis zur weltweiten Verkaufsleiterin hochgearbeitet. Damit gehört sie zum Führungszirkel des Konzerns. "Ginni Rometty hat in den vergangenen zehn Jahren eine ganze Reihe von IBMs wichtigsten Geschäftszweigen geleitet", sagte Palmisano und lobte seine Nachfolgerin als "ideale Konzernchefin". Palmisano wird sich allerdings ebenfalls nicht komplett verabschieden, obwohl er das für IBM-Chefs typische Rentenalter von 60 Jahren erreicht hat. Er bleibt dem Konzern als Vorsitzender des Verwaltungsrats erhalten und ist in dieser Funktion der oberste Kontrolleur im Hause.

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