iPad 2: "Für Entwickler keine großen Unterschiede"

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iPad 2: "Für Entwickler keine großen Unterschiede"
03/25/2011

iPad 2: "Für Entwickler keine großen Unterschiede"

iOS-Developer reagieren auf das neue Apple-Tablet eher zurückhaltend. Neue Möglichkeiten tun sich vor allem bei rechenintensiven Anwendungen, Kamera-Apps, Spielen und Augmented Reality auf.

von Jakob Steinschaden

Neues Tablet, neue Apps: Nicht nur Apple-Jünger, auch viele App-Entwickler fiebern dem Europa-Marktstart des iPad 2 entgegen. Denn das Gerät bringt gegenüber dem Vorgängermodell einige Neuerungen mit sich: einen Doppelkern-Prozessor, zwei Kameras, verbesserte Bewegungssensoren und neue Software.

Auch in Österreich und Deutschland haben sich Entwickler bereits intensiv mit den Neuerungen des iPad 2 auseinandergesetzt. Die Grazer Sonico Mobile ("iTranslate"), Nous-Guide aus Wien ("iConcierge", "Ikarus Kochbuch", "Futurezone.at"), Xewton aus Niederösterreich ("Music Studio") sowie Metaio aus München ("Junaio") erläuterten der futurezone, welche Vor- und Nachteile das iPad 2 für die Entwicklung neuer Apps mit sich bringt.

Der Dual-Core-Prozessor"Der A5-Chip ist etwa doppelt so schnell wie der alte A4-Chip, der Grafikchip sogar bis zu zehn Mal so schnell wie der des iPad 1", so das Entwickler-Team von Nous-Guide. Laut Sonico Mobile sollte deswegen vor allem das Multitasking besser funktionieren, ohne dabei die Batterieleistung zu beeinträchtigen. "Generell profitieren vor allem CPU-intensive Anwendungen davon, etwa Bildbearbeitung", so die Grazer Entwickler.

"Für Augmented Reality bringt der A5-Chip große Vorteile, weil dieser zwei Prozessorkerne hat und daher parallele Berechnungen durchführen kann", heißt es aus der Münchner Zentrale des Augmented-Reality-Spezialisten Metaio. So könne sich etwa ein Kern um das "Camera Capturing" kümmern, während der andere Kern das Kamerabild analysieren und tracken könne.

Die zwei KamerasMit den beiden neuen Linsen können nur wenige Entwickler etwas anfangen. "Drittanbieter wie Skype oder Ustream sollten davon jedoch stark profitieren", so Sonico Mobile. Ein Boom ist vor allem bei Augmented Reality-Apps zu erwarten, wie Metaio aus München bestätigen - allerdings mit Einschränkungen.

"Nicht möglich im Moment ist etwa das gleichzeitige Ansteuern beider Kameras. Will man also den Blickwinkel eines Betrachters mit in die AR-Szene rechnen, so geht das im Moment noch nicht", heißt es aus dem Metaio-Labor. "Für die realistischste aller AR-Darstellungsweisen – wenn also Objekte so gerendert werden, dass sie voll perspektivisch korrekt sind -, ist das Gerät noch nicht bereit."

"Augmented Reality"-App von Metaio am iPad 2

"Augmented Reality"-App von Metaio am iPad 2

"Augmented Reality"-App von Metaio am iPad 2

Die neue SoftwareEnttäuscht zeigen sich die Entwickler von dem Update des Betirebssystems. Für Metaio ist "nichts Relevantes" dabei, Nous-Guide und Sonico Mobile sehen in den neuen "AirPlay"-Funktionalitäten noch am ehesten neue Möglichkeiten für Apps. "Der Personal Hotspot ist eine nette Erweiterung, aber generell bringt iOS 4.3 für Entwickler nicht viel Neues", so Sonico Mobile.

Zwar wurden ein paar nur auf Entwicklerseite bemerkbare Fehler ausgebessert, "ansonsten sehe ich keine großartigen neuen Features und warte gespannt auf iOS 5", so Alexander Gross von Xewton.

Die verbesserte BewegungssteuerungApple lobt am iPad 2 auch das verbesserte Zusammenspiel von Beschleunigungssensor, 3-Achsen-Gyrosensor und Kompas. "Vom Gyroskop profitieren am ehesten Navi-Apps, Spiele und Augemented Reality-Apps", meinen die Entwickler von Nous-Guide. Das bestätigt auch Metaio: "Durch den Gyrosensor wird die Verzögerung des Kompasses minimiert, wodurch das Gerät bei Augmented-Reality-Szenarien ein besseres Nutzererlebnis bietet."

Auch bei Xewton rechnet man mit einer Verbesserung der eigenen Musik-Software "Music Studio". Die verbesserte Erkennung der Lage im Raum ermögliche es etwa, Anschlagdynamik in Piano-Apps besser simulieren zu können.

Die fehlenden FeaturesDie Wünsche von Kunden wie auch Entwicklern hat Apple mit dem iPad 2 bei weitem nicht erfüllt. Bei Xewton vermisst man einen USB-Port, einen integrierten Projektor sowie das schon vom iPhone 4 bekannte, sehr hochauflösende "Retina Display". Bei Metaio hätte man sich gewünscht, dass die Kamera auf der Rückseite in der Mitte positioniert ist, um AR-Anwendungen einfacher machen zu können. Bei Nous-Guide vermisst man ebenfalls eine höhere Pixel-Dichte am Display, "die meisten Unzulänglichkeiten wie ein anständiges Benachrichtigungssystem oder erweitertes Multitasking sind aber Software-seitig nachrüstbar."

Euphorie ist unter den Entwicklern beim iPad-2-Start also keine zu verorten. Alexander marktl von Sonico Mobile ressümiert: "Da sich weder Größe noch Auflösung vom iPad 2 geändert haben, gibt es diesmal für Entwickler keine großen Unterschiede."

Es wurden ein paar lästige Fehler behoben, die nur von Entwicklerseite sichtbar waren und umgangen werden mussten, ansonsten sehe ich keine großartigen neuen Features und warte gespannt auf iOS 5.