B2B
20.10.2014

Japan baut nach 50 Jahren wieder eigenes Passagierflugzeug

Mitsubishi Aircraft hat einen kleinen Regionaljet sowie die Pläne für die Zukunft vorgestellt. Dieser Markt ist hart umkämpft, dennoch steckt man sich hohe Ziele.

Erstmals seit 50 Jahren baut Japan wieder ein eigenes Passagierflugzeug. Mitsubishi Aircraft stellte am Wochenende nach mehreren Verzögerungen einen kleinen Regionaljet für 70 bis 90 Passagiere vor. Testflüge mit der MRJ genannten Kurzstrecken-Maschine will das in Nagoya ansässige und zum Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries gehörende Unternehmen im kommenden Jahr vornehmen.

50 Prozent Marktanteil als Ziel

2017 sollen dann die ersten Jets an Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Bisher stehen über 400 Bestellungen aus dem In- und Ausland in den Auftragsbüchern. Laut der Wirtschaftszeitung "Nikkei" sollen es bis zum Jahr 2018 bereits 1.000 Maschinen sein.

Die Japaner sehen sich schon jetzt mit einem zunehmend schärferen internationalen Wettbewerb konfrontiert. Dennoch will das Unternehmen in den nächsten 20 Jahren über 50 Prozent des weltweiten Marktes für solche Regionalflugzeuge abdecken, wie der Präsident von Mitsubishi Aircraft, Teruaki Kawai, dem "Wall Street Journal" sagte. Mitsubishi rechne damit, dass in diesem Zeitraum mehr als 5.000 solcher Jets ausgeliefert werden.

52 Jahre später

Der Markt für Regionalflugzeuge wird vom brasilianischen Konzern Embraer und der kanadischen Bombardier dominiert. Die Japaner werden auch mit neuen Rivalen aus Russland und China konkurrieren müssen.

Gebaut wurde die neue Maschine in Toyoyama in der Provinz Aichi. Das Projekt musste mehrfach verschoben werden. Die Vorstellung des MRJ am Samstag erfolgte 52 Jahre nach dem Erstflug des letzten kommerziellen Flugzeugs japanischer Bauart, der zweimotorigen Turboprop YS-11.