Industrie
03/17/2011

Japan: Lieferengpass bei Handybildschirmen

Toshiba und Hitachi halten die LCD-Montage nach Katastrophe teilweise an. Der chinesische Computerkonzern Lenovo befürchtet Lieferprobleme, weil ihm nach Werkschließungen von Sony wichtige Bauteile fehlen.

Die Katastrophe in Japan schnürt teilweise auch die Komponentenzufuhr für Handy- und PC-Hersteller ab. Der japanische Elektronikkonzern Toshiba kündigte am Donnerstag an, in einem Werk die Produktion von kleinen Flüssigkristallbildschirmen (LCD) für Smartphones und Navigationsgeräte für einen Monat ruhen zu lassen.

Toshiba muss in der Montageanlage nahe Tokio empfindliche Maschinen nach dem Jahrhundertbeben neu einstellen, wie eine Konzernsprecherin sagte. Eine andere LCD-Fabrik in Japan sei dagegen unbeschädigt und weiter in Betrieb. Analyst Damian Thong von Macquarie Capital Securities erläuterte, beide Werke zusammen hätten einen Anteil von rund fünf Prozent am weltweiten Markt für kleinformatige LCD.

Auch Hitachi setzt die Fertigung von derartigen Flüssigkristallbildschirmen in einer Anlage in der Nähe der Hauptstadt für einen Monat aus. „Da der Markt für Smartphones außerhalb Japans sehr aktiv ist, könnten Lieferunterbrechungen dort Probleme für einige Handybauer bei einigen Modellen verursachen“, sagte Thong. Fehlende Teile für Navigationsgeräte für die Autoindustrie fielen dagegen weniger ins Gewicht, da die Produktion in dieser Branche in Japan ohnehin brach liege.

Lenovo befürchtet Lieferprobleme

Auf Schwierigkeiten stellt sich auch der chinesische PC-Hersteller Lenovo ein. „Kurzfristig wird es keine großen Auswirkungen geben. Wir machen uns mehr Sorgen über die Folgen im nächsten Quartal“, sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing.

Weil vor allem die Werkschließungen des Zulieferers Sony den Nachschub an Laptop-Batterien gefährden, drohen dem weltweit viertgrößten Computerproduzenten Lieferverzögerungen in den kommenden drei Monaten, wie Technologieexperte Michael Clendenin von der Beratungsfirma RedTechAdvisors sagte. Sollten die PC-Hersteller nun auf einen Schlag auf andere Lieferanten zurückgreifen, könnten diese den erhöhten Bedarf nicht sofort befriedigen, sagte Clendenin weiter.

Insbesondere andere asiatische Staaten, die wie Japan sehr stark vom High-Tech-Sektor abhängen, wären von stärkeren Lieferausfällen betroffen. Die Regierung in Taiwan etwa erwägt deshalb bereits, Einfuhrzölle für Elektronikprodukte zu senken. In Japan stehen seit dem Erdbeben am Freitag die Bänder in vielen Fabriken von Chipproduzenten bis zu Autoteile-Herstellern still. Zudem sind Lieferwege, Häfen und Eisenbahnstrecken zerstört, und die Stromversorgung ist vielfach unterbrochen.

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