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Personalie
08/30/2011

Karl Pall verlässt Google Österreich

Das fünfjährige Jubiläum für die österreichische Filiale des US-Internet-Unternehmens Google bringt einige Personaländerungen: Karl Pall, bisher Geschäftsführer von Google Österreich, wechselt bereits nächste Woche ins Business Development von Google Kanada.

Nach dem Aufbau von Google Österreich sei der Schritt nach Kanada für ihn eine reizvolle Aufgabe, erklärte Pall heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz. Ein Nachfolger werde bereits gesucht, bis dieser gefunden ist werde er noch „ein bisschen mehr“ in Österreich aktiv sein, sagte Stefan Tweraser, Chef der Dachsparte von Google Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bei der Suche wolle man sich nicht hetzen, das Anforderungsprofil beinhalte Verkaufstalent, analytisches Denkvermögen, Führungserfahrung sowie „googliness“ - damit sei gemeint, dass die Person außerhalb seiner Tätigkeit bei Google „spannend“ sei und kein „Fachidiot“, so der Österreicher beim US-Unternehmen.

Neben dem Wechsel an der Spitze wurden auch drei Verstärkungen der letzten Monate präsentiert: Juliane Cray, bisher bei Google Deutschland für Tourismus zuständig, wechselte in die österreichische Agenturabteilung, ebenso wie Markus Kienberger, der zuvor bei der PR-Agentur Demner, Merlicek & Bergmann tätig war. Für die Mobilsparte wurde Klaus Müller, der unter anderem bei T-Mobile und Hutchinson beschäftigt war, zu Google Österreich gelotst.

Weiter Warten auf Serverfarm in Oberösterreich
Keine Neuigkeiten wurden zur seit drei Jahren angekündigten Serverfarm im oberösterreichischen Kronstorf bekanntgegeben: „Wir haben das Grundstück und das ist für ein Datencenter entsprechend vorgesehen“, sagte Pall. Man bekenne sich unverändert zu dem Bauvorhaben, einen konkreten Zeitplan könne man jedoch bei derartig langfristigen Investitionen in die Unternehmensstrukturen nicht nennen. Bezüglich der Datenschutzregeln gebe es für Kronstorf keine Unterschiede zu Rechenzentren an anderen europäischen Standorten wie Belgien und Finnland, wo Google ebenfalls Serverfarmen betreibt.

Street-View-Start offen
Der Start von Google Street View in Österreich sei weiterhin offen, man müsse die aufwändige Durchführung neu planen und habe nur beschränkte Ressourcen zur Verfügung. Die Erlaubnis, Österreich von Pkw aus abzufilmen, hat Google bereits im November des vergangenen Jahres von der Europäischen Datenschutzkommission erhalten. Hier gibt es laut Pall „verschobene Prioritäten“. Street View sei eine Funktion des Landkartendienstes Google Maps, dessen Weiterentwicklung momentan im Fokus stehe. Erweitert wurde die Kooperation mit der österreichischen Nationalbibliothek: 600.000 statt anfangs vorgesehenen 400.000 Bänden werden von Google aus dem rechtefreien Buchbestand digitalisiert.

"Internet-Werbung unterdotiert"

In Österreich setze man stark auf die verstärkte Zusammenarbeit mit Media-Agenturen, für diese werden laut Unternehmenssprecher Kay Oberbeck laufend Vorträge und Informationsveranstaltungen angeboten. Man sehe sich auch als Partner der Klein- und Mittebetriebe (KMU) in Österreich, von denen bereits drei Viertel eine eigene Online-Präsenz hätten, was im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz bedeute. Eine Aktion wie den „Online Motor Deutschland“, eine von Google ins Leben gerufene Beratungsinitiative für deutsche KMUs, sei in Österreich vorerst nicht geplant. In Deutschland habe man dabei bereits 10.000 Beratungsgespräche geführt, was äußerst ressourcenintensiv sei.

Internet-Werbung ist im Vergleich zu Werbung in TV und Print nach wie vor unterdotiert, sagte Pall. Österreich sei dabei zwar nicht Schlusslicht, aber auch nicht weit vorne. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte Google Österreich laut Firmenbuch einen Bilanzgewinn von rund 418.000 Euro und beschäftigte insgesamt zehn Angestellte.

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