B2B
11.01.2016

Kartendienst Here Maps soll umgebaut werden

Nach dem Verkauf an ein Konsortium deutscher Auto-Hersteller soll der Kartendienst massiv umgebaut werden. Daimler erklärte auch, welche Pläne man für das Unternehmen hat.

Die neuen Eigentümer des Kartenanbieters Here wollen die Führung des Unternehmens austauschen. „Wir werden das Management von Here neu aufstellen und eine schlagkräftige eigene Truppe zusammenstellen, denn wir sind als Teilhaber hier in der Position des Aufsichtsrats und werden bei der Festlegung des Managements den Vorstand bestimmen“, sagte Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber der „Automobilwoche“ auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas.

Anteile sollen wieder verkauft werden

Auch Here-Chef Sean Fernback muss Weber zufolge um seinen Job bangen. „Wir werden jetzt bis hin zum CEO die Kernfunktionen der Personen checken und schauen, welche Funktionen stark besetzt sind und wo wir gegebenenfalls nachlegen müssen. Dieser Check läuft gerade“, sagte Weber. Erst vor wenigen Tagen hat Here-Vorstand Ogi Redzic, für vernetztes Fahren zuständig, die frühere Nokia-Tochter in Richtung Renault-Nissan verlassen. Here war im Sommer von Audi, Daimler und BMW gekauft worden.

Das Konsortium will dem Bericht zufolge zusätzliche Unternehmen ins Boot holen und die eigenen Anteile herunterfahren. „Wir wollen auf jeden Fall langfristig unter 50 Prozent an Here beteiligt sein“ sagte Weber.

Plattform für Branche

Der Kartendienst arbeitet derzeit an Partnerschaften für seine Datendienste. „Wir machen Machbarkeitsstudien und Pilotprojekte mit zehn bis zwölf Herstellern“, sagte Here-Manager Floris von de Klashorst der Deutschen Presse-Agentur auf der CES. Here will eine allgemeine Plattform als eine Art Standard für den Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen etablieren.