B2B
18.12.2014

Kölner Telekomfirma QSC spielt Verkauf von DSL-Netz durch

Laut "Manager Magazin" ist GMX-Anbieter United Internet an Netz interessiert. Die QSC-Aktien schießen um 25 Prozent in die Höhe.

Die Kölner Telekomfirma QSC prüft einen Verkauf ihres DSL-Netzes. Die Gespräche über diese und andere Optionen befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium, teilte QSC am Donnerstag mit und schwieg sich zu weiteren Details aus. Das "Manager Magazin" hatte zuvor unter Berufung auf Branchenkenner von Verhandlungen zwischen QSC und dem GMX-Konzern United Internet berichtet. An der Börse schossen die QSC-Aktien um 25 Prozent in die Höhe. United Internet wollte sich dazu nicht äußern.

Die 1.700 Mitarbeiter starke QSC verfügt über ein großes Datennetz für Geschäftskunden und musste im Oktober wegen einer schwächelnden IT-Sparte die Gewinn- und Umsatzprognose kappen. Die Aktien brachen daraufhin ein, der Finanzchef nahm seinen Hut. Angaben über die Größe des eigenen Netzes macht QSC nicht, sondern schlüsselt lediglich die Umsätze der Telekom-Sparte auf, die voriges Jahr bei 123 Mio. Euro lagen - ein Viertel des Jahreserlöses.

Eigenes Netz für Dommermuth

Ein Deal mit QSC würde in die neue Strategie von United-Internet-Chef Ralph Dommermuth passen: Der Milliardär baut derzeit ein eigenes Netz an superschnellen Datenautobahnen auf und will damit vor allem Geschäftskunden erreichen. Im September brachte er für knapp 600 Mio. Euro den zweitgrößten deutschen Glasfaser-Netzbetreiber Versatel unter seine Kontrolle. Bisher hatte sich der von Dommermuth geführte Konzern darauf konzentriert, neben E-Mail-Diensten Mobilfunk-Verträge und Internet-Anschlüsse von Netzbetreibern zu mieten und unter eigenen Produktnamen wie "1&1" weiter zu verkaufen.

Für beide Unternehmen würde ein Deal nach Aussagen eines Analysten, der ungenannt bleiben wollte, strategisch Sinn ergeben. QSC brauche das Netz für sein Kerngeschäft nicht und United Internet würde sich mit der Übernahme des Netzes stärker auf zahlungskräftige Geschäftskunden konzentrieren. "Zudem wäre die ohnehin finanziell solide aufgestellte QSC dann ihre Schulden los, und für United würde ein Kauf kein Problem darstellen."