B2B
13.01.2018

Kraken: Beliebte Bitcoin-Börse war tagelang offline

Aus zwei Stunden Wartungsarbeiten wurden fast drei Tage. Nun meldet sich die Bitcoin-Börse zurück und streicht als Friedensangebot kurzzeitig die Transaktionsgebühren.

Kraken, eine der größten Börsen für Kryptowährungen der Welt, war von Mittwoch Nachmittag (gegen 18 Uhr) bis Samstag Mittag offline. Ursprünglich sollten die zuvor angekündigten Wartungsarbeiten lediglich zwei Stunden dauern, doch daraus wurden aber fast drei Tage. Wer die Website aufrief, erhielt den folgenden Hinweis: „ Kraken ist derzeit für Wartungsarbeiten offline. Während der Wartung werden die Website und API nicht erreichbar sein, Aufträge können nicht platziert oder gelöscht werden.“

Laut dem San Francisco Chronicle versuchte das Team von Kraken am Freitag zu beruhigen. Man arbeite daran, mehrere Fehler zu beheben, die im Zuge der Wartung festgestellt wurden. Während zu diesem Zeitpunkt noch von „mehreren Stunden“ die Rede war, ist mittlerweile deutlich mehr Zeit vergangen. Der Grund dafür sei ein „schwer fassbarer Fehler“, der den Start verzögere.

Man verspricht den Kunden „eine ordentliche Menge an kostenlosem Handel“ als Ausgleich an. Gegen Mittag meldete sich die Seite offiziell wieder zurück und gab Details zu den vorübergehend ausgesetzten Transaktionsgebühren bekannt. Dieses " Friedensangebot" ist jedoch nur bis Ende Jänner gültig, danach werden wieder Gebühren eingehoben. Zudem warnen die Betreiber, dass Abhebungen vorerst noch nicht möglich sind und Einzahlungen bis zu zwei Geschäftstage dauern können.

Furcht vor "Mt. Gox"-Szenario

Unter den Anlegern gab es Angst vor einer Wiederholung des „Mt. Gox“-Fiaskos aus dem Jahr 2014. Mt. Gox war zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand größte Handelsplatz für Bitcoins, 2014 musste man jedoch überraschend die Zahlungsunfähigkeit bekanntgeben. Laut den Besitzern von Mt. Gox wurden 850.000 Bitcoins gestohlen - ein Vorfall, der bis heute nicht restlos aufgeklärt wurde. Ähnliches passierte bei Bitfinex, dem 2016 Bitcoins im Wert von 72 Millionen US-Dollar gestohlen wurden. Das Unternehmen konnte die gestohlene Summe jedoch den betroffenen Kunden zurückzahlen.

Kraken versicherte seinen Kunden mehrmals, dass das Geld ihrer Kunden sicher sei. „Ja, das ist ein neuer Downtime-Rekord seit wir im Jahr 2013 gestartet sind. Nein, wir sind nicht stolz darauf.“ Zahlreiche Nutzer beklagen auf Twitter und Reddit den Ausfall und drohen dem US-Unternehmen Klagen an.

Der Bitcoin-Preis von Kraken wird auch anderen Handelsplätzen herangezogen, beispielsweise für die Berechnung der seit kurzem verfügbaren Bitcoin-Futures. Bei dieser Art von Terminkontrakt kann eine Wette auf die Entwicklung des Bitcoin-Preises abgeschlossen werden.