LeEco-Gründer Jia Yueting (li.) mit Faraday-Future-Chefentwickler Nick Sampson und dem FF91

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B2B
01/02/2018

LeEco-Gründer weigert sich, nach China zurückzukehren

Der Konzern hinter dem E-Auto-Entwickler Faraday Future, LeEco, hat massive Schulden. Gründer Jia Yueting weigert sich nun, zu einer Anhörung nach China zurückzukehren.

Rund zehn Milliarden Yuan, umgerechnet 1,27 Milliarden Euro, soll der chinesische Mischkonzern LeEco seinen Kreditgebern schulden. Der Gründer des Unternehmens, Jia Yueting, wurde nun deshalb von der China Securities Regulatory Commission (CSRC), der Regulierungsbehörde für den Wertpapierhandel in China, in seine Heimat zu einer Anhörung beordert. Wie Reuters berichtet, weigert sich Jia Yueting allerdings, aus den USA in seine Heimat zurückzukehren.

Die gegenwärtige Finanzkrise von LeEco tue ihm aufrichtig leid, allerdings machen die Fundraising-Bemühungen für den Elektroautohersteller Faraday Future gute Fortschritte und er müsse am Ball bleiben, um den Zeitplan für die Produktion und Auslieferung des Faraday Future FF91 nicht zu gefährden. Das Elektroauto wird als Konkurrent für den Tesla Model S gesehen und kann ebenso wie dieses Fahrzeug mit weitreichender Automatisierung aufwarten. LeEco ist der Finanzpartner hinter Faraday Future.

LeEco soll allerdings zunehmende Geldprobleme haben. Analysten sehen den Grund dafür hauptsächlich in einer fulminanten Expansion und Aufgliederung in viele verschiedene Geschäftsfelder. Die Hauptsparte von LeEco, das Video-Streaming-Unternehmen Leshi, ist von den Finanzierungsproblemen besonders betroffen. Jia Yueting will nun statt seiner eigenen Person seine Frau und seinen Bruder nach China schicken, um der CSRC Rede und Antwort zu stehen. Wie Engadget berichtet, behaupten ehemalige LeEco-Mitarbeiter, dass dem Unternehmen jegliche Finanzierungsgrundlagen fehlen und die Firma eher als ein "Hütchenspiel" zu sehen sei.