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B2B
01/06/2013

Machtkampf bei Media-Saturn geht weiter

Media-Saturn-Gründer Kellerhals wirft Mehrheitseigentümer Metro vor, ihm das Unternehmen wegnehmen zu wollen. Laut Kellerhals verstehe Metro-Chef Koch zwar etwas von Finanzen, dafür aber nur wenig vom Handel weswegen er weiterhin umfassende Rechte für sich behalten möchte.

Der Streit um die Macht bei Europas führendem Elektronikhändler Media-Saturn geht weiter. Minderheitseigentümer und Firmengründer Erich Kellerhals wirft Metro-Chef Olaf Koch vor, ihm das Unternehmen wegnehmen zu wollen. „Er will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht", sagte Kellerhals dem Nachrichtenmagazin „Focus". Koch schlage nach außen hin zwar leisere Töne als sein Vorgänger an, in der Sache selbst sei er aber kompromisslos.

Mehrheitseigentümer mit wenigen Rechten
Deutschlands größter Handelskonzern besitzt zwar gut 75 Prozent der Anteile an Media-Saturn, braucht für wichtige Entscheidungen aber immer die Zustimmung von Kellerhals. Als die Metro sein Vetorecht im März 2011 durch Gründung eines Beirats aushebeln wollte, der mit einfacher Mehrheit entscheidet, zog Kellerhals vor Gericht - und gewann zunächst. Vor dem Oberlandesgericht München errang Metro im August dann einen Etappensieg.

Kein Kommentar von Metro
Die Richter bestätigten dem Düsseldorfer Handelsriesen, dass die Einrichtung eines Beirats für operative Entscheidungen bei der Media-Saturn-Holding rechtmäßig war. Kellerhals legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein. Dem „Focus" sagte er: „Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen." Der Metro-Konzern wollte sich am Sonntag auf dpa-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

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