B2B
02.08.2011

Media-Saturn: Streit um Online-Offensive

Media-Markt-Gründer Kellerhals blockiert Zukäufe von Internetfirmen

Der Machtkampf um Media-Saturn überschattet die Online-Offensive der Elektronikketten. Metro-Chef Eckhard Cordes warf dem Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals vor, die Geschäftsführung der Ketten zu schwächen. Kellerhals habe dem Zukauf von zwei kleinen Internetfirmen nicht zugestimmt, sagte Cordes am Dienstag bei der Vorlage von Quartalszahlen in Düsseldorf. Er sehe zwar keine generelle Blockade bei Media-Saturn durch Kellerhals, aber dessen Votum sei nicht im Interesse das Managements. Die beiden Übernahmen sollten eigentlich schon abgeschlossen sein.

Ein Sprecher von Kellerhals bestätigte am Dienstag auf Anfrage die Ablehnung dieser beiden kleineren Zukäufe. Der Media-Markt-Gründer sei zwar ein Verfechter der Online-Strategie, wolle aber verhindern, dass mehrere Zukäufe auf einmal zu viele Kapazitäten der Geschäftsführung binden.

Mehrheitseigentümer der Media-Saturn-Holding (Ingolstadt) ist der Düsseldorfer Handelsriese Metro AG mit gut 75 Prozent. Die Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel halten die restlichen Anteile. Kellerhals und Metro streiten derzeit vor Gericht. Der Media-Markt-Gründer sieht seine Mitspracherechte durch einen neuen Beirat in Gefahr, den die Metro einberufen will.

Media Markt und Saturn blasen zur Aufholjagd im Internet. Dazu wurde in diesem Jahr das Aschaffenburger Unternehmen Redcoon übernommen. Zudem werden die Ketten eigene Onlineshops eröffnen.

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