B2B
17.10.2015

Merkel: Überzogener Datenschutz schlecht für Autoindustrie

Die Bundeskanzlerin fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Automobilbranche, wenn Daten von den Autobauern nicht ausgewertet dürfen.

Wenn Deutschland im Umgang mit Daten nur auf Datenschutz setzt, werde die Autoindustrie den Wettbewerb um neue Zukunftstechnologien verlieren, warnte Merkel am Freitag in Hamburg auf dem Deutschlandtag der Jungen Union.
Derzeit werde entschieden, ob Europa in der Autoindustrie künftig noch an der Spitze mitspielen könne. Entweder setzten sich im Wettbewerb diejenigen durch, die über alle Daten der Besitzer oder Mieter von Autos verfügten. Oder aber der deutschen Industrie gelinge es, sowohl die besten Autos zu bauen als auch die besten digitalen Komponenten zu entwickeln.

Daten als neuer Werkstoff

Hintergrund ist, dass amerikanische IT-Konzerne wie Google derzeit ins Autogeschäft drängen und selbst autonom fahrende Fahrzeuge entwickeln. Dazu entstehen neue Geschäftsmodelle, die auf der massenhaften Auswertung von digitalen Nutzerdaten basieren. Nötig sei dafür ein anderes Verhältnis zur Nutzung von Daten, die der Rohstoff der Zukunft seien, forderte Merkel. „Wer nur auf den Schutzgedanken setzt, der wird das, was 'Datamining' heißt, nicht schaffen können“, sagte sie. Der Wegfall alter Jobs durch die Digitalisierung könne nur wettgemacht werden, wenn die Industrie „bei der Datenverarbeitung genau gut ist wie bei der Verarbeitung von klassischen Werkstoffen“, sagte die CDU-Vorsitzende. Abschottung wäre dabei ganz falsch.