Österreich
06/19/2011

Microsoft: Österreich nutzt Potenzial nicht

Die Chefin von Microsoft-Österreich glaubt, dass Wirtschaft und Forschung in Österreich besser zusammenrücken müssen. Der Software-Riese bekomme auch den Technikermangel zu spüren und sucht derzeit 30 Fachkräfte.

Microsoft-Österreich-Chefin Petra Jenner sieht Österreich im Telekommunikations- und IT-Bereich gut aufgestellt, allerdings nutze das Land das große Potenzial zu wenig. Sie plädiert dafür, Wirtschaft und Forschung näher zusammen zu bringen, wie das etwa Frankreich geschafft habe. Dann würde der IKT-Standort auch international mehr wahrgenommen, denn im Inland wie im Ausland gilt Österreich noch immer in erster Linie als Tourismusland. Was möglich ist, zeige das Beispiel E-Government, also Behördenwege über das Internet, wo Österreich weltweit Vorbildcharakter habe, meinte Jenner im Gespräch mit der APA.

Bildungssystem verbessern
Österreich müsse auch dringend an seinem Bildungssystem arbeiten. So gebe es schon jetzt einen eklatanten Technikermangel, alleine Microsoft suche hängeringend 30 Mitarbeiter. „Der Arbeitsmarkt für IKT ist sehr klein“, so Jenner. Dabei kämen auf die Fachkräfte immer höhere Anforderungen zu. Die IKT-Branche sei derzeit im Wandel, der Treiber dazu wäre Cloud Computing. Aus der klassischen „Zweier-Beziehung“ zwischen Microsoft und Hardwareherstellern entwickle sich ein „Dreier-Beziehung“, bei der die Handynetzbetreiber die dritte Säule sind.

Cloud
„Die Distributionswege verändern sich“, so Jenner. Neben den 4.000 Microsoft-Partnern käme dann noch die Servicierung aus der Cloud hinzu. Dass private Nutzer die Wolke, also eine externe Serverstruktur, nicht brauchen, da externe Festplatten ohnehin nur mehr ein paar Euro kosten, verneint Jenner. Denn die eigene Festplatte werde oft nicht regelmäßig gesichert, wodurch die Gefahr von Datenverlust besteht. Außerdem ist die Wolke auch unterwegs verfügbar, betonte sie.

Jubiläum
Der US-Softwarekonzern Microsoft feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum in Österreich. Dazu wird das Hauptquartier im Wienerberg komplett umgebaut, die Mitarbeiter müssen in zwei Wochen für zweieinhalb Monate ausziehen. Dafür soll dann alles schöner und wohnlicher sein, denn „das Büro ist ein Ort der Begegnung“, erklärte Jenner. Menschen bräuchten ein „inspirierendes“ Umfeld. „Büro ist ein Kulturthema“, gibt Jenner zu bedenken. Microsoft ist heuer im Frühjahr mit dem Preis „Österreichs bester Arbeitgeber“ in der Kategorie über 250 Mitarbeiter ausgezeichnet worden. Die Organisation „Great Place to Work“ hatte dafür 15.000 Beschäftigte in Österreich befragt.

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