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Deutschland
05/24/2012

Microsoft: Patenturteil gegen Motorola

Ein Münchner Gericht hat im Patentstreit zwischen Microsoft und Motorola eine Patentverletzung durch Motorola im Zusammenhang mit SMS-Mitteilungen bei Android-Geräten festgestellt. Microsoft kann nun gegen eine Sicherheitsleistung ein Verkaufsverbot durchsetzen.

Der Softwarekonzern legte Motorola in einer ersten Reaktion nahe, eine Patentlizenz zu erwerben. Besonders interessant macht das Verfahren, dass Motorola seit Dienstag zum Internetkonzern Google

, der hinter dem mobilen Betriebssystem Android steht. Android-Geräte stehen im Mittelpunkt vieler Patentklagen von Rivalen wie Apple und Microsoft, erst seit dieser Woche ist jedoch Google direkt davon betroffen.

"Erhebliche Probleme"
Nach Einschätzung des deutschen Patentexperten Florian Müller, der die vielen Konflikte in der Mobilfunk-Branche beobachtet, könnte der Erfolg in München Motorola und Google vor erhebliche Probleme stellen. Unter anderem müssten Android-Apps, die auf die SMS-Funktionalität zugreifen, umgeschrieben werden, argumentierte Müller in seinem Blog. Er ist als Berater unter anderem auch für Microsoft tätig.

Klagereigen
Der Patentstreit der beiden Unternehmen hatte in den vergangenen Wochen bereits für Schlagzeilen gesorgt. Microsoft verlagerte das europäische Distributionszentrum in die Niederlande. Zur Begründung hieß es, man müsse Produkte vor den Auswirkungen der Patenklagen vor deutschen Gerichten schützen. Es ging dabei vor allem um die Klage einer Motorola-Tochter wegen des Videokompressions-Standards H.264. Davon sind mehrere Microsoft-Produkte betroffen, darunter das Betriebssystem Windows 7 und die Spielekonsole Xbox 360. Eine Entscheidung in dem Fall steht noch aus.

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