EU
03/31/2011

Microsoft: Wettbewerbsklage gegen Google

Dem Suchkonzern wird vorgeworfen, bei Produktanfragen die Angebote anderer Suchdienste bei den Ergebnissen zu weit hinten angezeigt zu haben.

Der Software-Konzern Microsoft hat am Donnerstag vor der EU-Kommission in Brüssel eine Wettbewerbsklage gegen den Konkurrenten Google eingereicht. Microsoft-Anwalt Brad Smith warf Google vor, alles zu tun, um „seine Dominanz auf den Märkten der Online-Suche und der Suchmaschinenwerbung zu Lasten der europäischen Verbraucher“ zu festigen. Microsoft betreibt die Suchmaschine Bing, die mit Google in Konkurrenz steht.

Die EU-Kommission hatte im November 2010 ein Verfahren gegen Google eröffnet. Die EU-Wettbewerbshüter gehen Hinweisen nach, wonach der Konzern - womöglich vorsätzlich - bei Produktanfragen die Angebote anderer Suchdienste bei den Ergebnissen zu weit hinten angezeigt haben soll. Stattdessen habe Google eigene Dienste an prominenter Stelle unter den Suchergebnissen platziert. Der IT-Riese habe zudem möglicherweise die Preise für Online-Werbung hochgetrieben.

In einer ersten Reaktion sagte ein Google-Sprecher in Hamburg: „Wir sind nicht überrascht von diesem Schritt von Microsoft.“ Das Unternehmen habe ja bereits mit seiner Tochtergesellschaft, dem Verbraucherportal ciao.de, zu den Beschwerdeführern in Brüssel gezählt. Der Sprecher fügte hinzu: „Wir werden die Diskussionen mit der EU-Kommission weiterführen und dabei unser Geschäftsmodell erläutern.“