B2B
25.02.2015

Noch großes Potenzial bei hochauflösendem TV

Erst jeder zweite Österreicher sieht hochausauflösend fern. Die ORS ortet Chancen für den Handel. Die ORF-Tochter will ihre Flimmit-Anteile ausweiten und sucht Beteiligungen.

2014 hat die ORS die Devise „Alles in HD“ ausgegeben. Die neuen TV-Technologien (FullHD, jetzt UHD und künftig SUHD) sowie die großen Bildschirm-Diagonalen von 50 Zoll und mehr setzen voraus, dass das Signal auch hochauflösend zum Konsumenten kommt. Das ist sowohl über Satellit und auch DVB-T 2 (simpliTV) gewährleistet, alle TV-Anstalten, von ORF bis ATV bieten nun auch HD an. Dennoch sei noch Luft nach oben. Über alle Plattformen betrachtet sehen noch immer etwa 50 Prozent der Österreicher nicht hochauflösend fern.

„Zum einen drückt das analoge Kabel die Gesamtzahl, zum anderen sind noch immer etwa eine Million SD-Satelliten-Boxen in Österreich in Verwendung“, sagt der technische Geschäftsführer der ORS, Norbert Grill. Der Handel habe hier noch einen riesigen Aufhol- und Aufklärungsbedarf, aber auch noch eine große Marktchance.

Flimmit-Anteile werden aufgestockt

Im vergangenen Jahr hat sich die ORS, gemeinsam mit der ORF-Enterprise, am Videoportal Flimmit als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Flimmit versteht sich als Ergänzung zum US-Anbieter Netflix und soll eine Plattform werden, auf dem TV-Konsumenten deutschsprachige Filme und Fernsehserien streamen können. „Noch in diesem Jahrplanen wir die Anteile aufzustocken“, sagt der Geschäftsführer der ORS, Michael Wagenhofer. „Wir hätten freilich auch selber eine vergleichbare VoD-Plattform bauen können, aber das hätte deutlich länger gedauert. So konnte ein motiviertes Team und eine attraktive technische Lösung für unser Unternehmen gewonnen werden. Auf dieser Basis kann dem TV-Seher ein neues Film- und Serienangebot nach Hause geliefert werden.“

Weitere Beteiligungen

Flimmit soll aber nicht die einzige Firmenbeteiligung gewesen sein, „wir schauen uns noch weitere Unternehmen an“, sagt Wagenhofer „Dabei kommt es darauf an, dass die angebotene Lösung zu unserem Portfolio passt.“ Etwa der gesamte Bereich der Daten- oder Bildlieferung zum Kunden. Die ORS hat kürzlich auch die technische Abwicklung des Online-Vermarkters Adworx übernommen, um den Online-Werbemarkt besser zu verstehen und Komplettlösungen anbieten zu können. „Das sind alles wichtige Schritte, um im non-linearen-TV-Bereich mitmischen zu können“, so Wagenhofer, „das passt auch zu unserer Hybrid-Strategie.“

Hybrid sei die Antwort auf die Welle der Non-Linearen Dienste. Klassisches Fernsehen werde nie abgelöst, wie man auch an der derzeitigen Ski-WM sieht. Aber man muss als Rundfunk und TV-Anstalt auch non-lineare Dienste anbieten, sonst werde man nicht überleben. „Wer immer TV-Content anbieten will, kann zu uns kommen“, sagt Wagenhofer. Er sieht in Zukunft ein großes Potential für Marktnischen und so genannte „Special Interest“-Gruppen, die ihre Inhalte via linearem TV oder Catch-up-TV anbieten. (Damit ist eine Form von Internet-TV gemeint, bei der TV-Sendungen für eine bestimmte Anzahl von Tagen nach der Ausstrahlung auf Abruf zur Verfügung gestellt werden.) „Etwa ein internationaler Jagd- und Fischer-Kanal, den Kunden abonnieren können.“ Die ORS sieht sich aber auch als Partner der Mobilfunkbetreiber, denen man White-Label-Produkte anbieten will, sprich, TV über Mobilfunknetze.

„Eindeutiger Mehrwert“

„Wir sind der einzige österreichische Infrastruktur-Betreiber, der solche Systemlösungen anbieten kann“, ergänzt Grill. UPC gehöre den Amerikanern, Drei den Chinesen, A1 stehe in mexikanischer Hand und Astra ist ein luxemburgisches Unternehmen. „Die ORS ist ein österreichisches Unternehmen, und das ist ein eindeutiger Mehrwert.“

Das Hybrid-Fernsehen stellt die Anbieter aber auch vor neue Herausforderungen, nämlich, das Angebot so zu gestalten, dass es auch kundenfreundlich genutzt werden kann. „Unsere Rolle ist, neue Dienste so zu verheiraten, dass der Kunde nicht durch zahlreiche Menüebenen steuern muss“, sagt Grill. „Eine einfache User-Führung ist unser Anspruch.“

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