B2B 14.11.2012

Nokia Österreich wird zum Kriminalfall

Zwei hochrangige Nokia-Mitarbeiter wurden fristlos entlassen, weil sie mit Hilfe von Partneragenturen überhöhte Rechnungen überwiesen und über Umwege Provisionen erhalten haben. Die Schadenssumme soll sechsstellig sein.

Bei Nokia Österreich läuft derzeit alles aus dem Ruder. Nachdem im August dieses Jahres bekannt wurde, dass der finnische Konzern die Zentrale in Wien zusperrt und 32 der 50 Mitarbeiter kündigt, hat die futurezone jetzt erfahren, dass zwei hochrangige Mitarbeiter fristlos entlassen wurden. Beim einen handelt es sich um einen ehemaligen Finanzdirektor, der zweite war bei Sales Operations tätig (beide Namen sind der Redaktion bekannt, Anm.)

Geld in die eigene Tasche
Beide sollen über zwei Agenturen, mit denen Nokia zusammenarbeitet – einer Field Marketing-Agentur und einer Schulungsagentur (die Namen der Unternehmen sind der futurezone bekannt) Geld vom Konzern über Umwege in die eigene Tasche fließen haben lassen. Die Schadenssumme wird innerhalb des Konzerns mit „sechsstellig" bezeichnet.

Der Vizepräsident von Nokia CEE (Central East Europe), Alberto Matrone, hat die Mitarbeiter in einem Mail, das der futurezone vorliegt, über das Ergebnis interner Untersuchungen informiert – die beiden Manager hätten Nokia über einen längeren Zeitraum einen signifikanten Verlust beschert. Ein solches Verhalten könne er nicht tolerieren. Matrone hat die Nokia-Mitarbeiter auf die Nokia-Werte eingeschworen und gleichzeitig auch strenge Kontrollen angekündigt. Jede Verfehlung würde zu Konsequenzen führen.

Nokia-Pressesprecherin Tiziana Pollio sagte gegenüber der futurezone: "Nokia gibt grundsätzlich keinerlei Kommentare zu Einzelfällen ab, wir nehmen allerdings die Vorwürfe eines illegalen Vorgehens ernst und werden nach einer ausführlichen Untersuchung entsprechende Schritte einleiten."

Vizepräsident Matrone war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

( futurezone ) Erstellt am 14.11.2012