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Start-up-Geschichten
05/08/2012

Online-Shopping: Lebensmittel sollen boomen

eCommerce-Profis wittern das nächste Geschäft: Nahrungsmittel-Bestellung im Web und die bequeme Lieferung an die Haustür gilt als neue Millionen-Branche. In Österreich ringen bereits zwei junge Firmen, KochAbo.at und Einkaufssackerl.at, um die Gunst der urbanen und kochfreudigen Kundschaft.

von Jakob Steinschaden

Dass die Wiener Start-up-Szene - trotz

- ihren Kinderschuhen entwachsen ist, merkt man auch daran, dass junge Internet-Firmen bereits klassische Pressekonferenzen halten. So etwa der LebensmittellieferantKochAbo.at, den die
, am Dienstag morgen. So wurde imCafé Edisson, wo auch Rezepte-Spender Markus Zapfl kocht, bekannt gegeben, dass Ex-REWE-Vorstandsmitglied Werner Wutscher als Gesellschafter bei KochAb.at eingestiegen ist. Er ist heute als selbstständiger Unternehmensberater tätig.

"Der Lebensmittelbereich ist das nächste digitale Geschäft nach Büchern und Elektronik", erklärt Wutscher seinen Einstieg bei KochAbo.at. Über Anteile wurde kein Wort verloren, über die Ziele der Firma allerdings schon: 2014 wolle man pro Woche 5000 Abo-Sackerl an Kunden ausliefern, "Break Even sind wir aber schon viel früher", sagte Michael Ströck, Geschäftsführer von KochAbo.at und Ex-Geschäftsführer der Großbäckerei Ströck - eine dreistellige Sackerl-Zahl pro Woche soll das sein.

Inspiriert in Schweden
Auch Investor Markus Wagner von i5invest glaubt an das Marktpotenzial der Lebensmittellieferungen. Seit 2002 würde etwa in New York die Firma FreshDirect.com boomen, und in Schweden gäbe es bereits mehr als 50 Anbieter, die ähnlich wie KochAbo.at Lebensmittel an die Haustüre liefern. Nicht zuletzt ist auch Online-Händler Amazon im Sommer 2010 in Deutschland in das Geschäft eingestiegen. Studien sagen dem Segment in Österreich bis 2015 einen Markt von etwa 700 Millionen Euro voraus.

Der schwedische Markt war es auch, der Wagner und Ströck zu KochAbo.at inspirierte - so war der Launch kurz nach dem Marktstart von Einkaufssackerl.at (von Carl-Johan Hedberg und Hampus Nilzén) in Österreich wohl kein purer Zufall. Dass man die Idee einfach kopiert hätte, weist Ströck aber von sich. "Sonst würde es heute auch nur eine Bäckerei in Wien geben, und zwar Anker." Vielmehr ginge es gerade bei Lebensmittellieferungen darum, Einkäufe und Lieferketten lokal zu managen und nicht um einen patentierbaren Web-Dienst.

Kein Exit geplant
Wagner, Ströck und Wutscher sehen KochAbo.at derzeit nicht als Exit-Kandidaten. "KochAbo war von jenen Firmen, die wir unterstützt haben, jene, die am schnellsten Umsatz generiert hat", sagte Wagner. Ein Verkauf an eine andere Firma stehe derzeit nicht im Raum.

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