B2B
30.10.2013

Pioneers Festival: "Netzwerken ist das Wichtigste"

Am Mittwoch startete in Wien das Pioneers-Festival, das sich Start-ups und innovativen Technologien widmet. Erwartet werden 2500 Besucher und zahlreiche prominente Gäste.

"Wien entwickelt sich mehr und mehr zur Start-up-Metropole", sagten die Veranstalter Andreas Tschas und Jürgen Furian zum Auftakt des Pioneers Festival, das am Mittwoch und Donnerstag in der Wiener Hofburg stattfindet. Zumindest für diese zwei Tage dürften die Festival-Gründer recht haben. Das Festival für Start-ups und Innovationen, das heuer zum zweiten Mal stattfindet, war bereits im Vorfeld ausverkauft. Insgesamt werden 2500 Besucher erwartet, darunter Gründer, Investoren, Technologieexperten und Medienvertreter.

Bereits am Mittwochvormittag tummelten sich hunderte Besucher in den Gängen der Wiener Hofburg. Einer davon ist Maximillian Thayenthal. Der Wiener Finanzexperte gründete vor etwas mehr als einem Jahr das Start-up Papayer mit, das Kreditkarten für Teenager anbieten will, die sich über eine Smartphone-App auch von den Eltern kontrollieren lassen. Mittlerweile ist das junge Unternehmen, das unter anderem Geld vom Axel Springer Verlag erhielt, in Berlin ansässig. Noch im November soll eine Beta-Version des Dienstes starten. Das Pioneers-Festival ist für den Jungunternehmer eine willkommene Gelegenheit zum Netzwerken. "Man bekommt viele Rückmeldungen und Reaktionen auf sein Produkt", sagteThayenthal. "Es ergeben sich auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Start-ups."

"Inspirieren und Verbindungen herstellen"

Man wolle inspirieren, Wissen vermitteln und Verbindungen herstellen, erklärte Veranstalter Furian. Vor allem in Europa sei es wichtig, sich über die Grenzen hinweg zu vernetzen. In der Start-up-Acadamy, einem von drei Räumen des Festivals, präsentierten am Mittwochvormittag Start-ups in 90-Sekunden-Pitches ihre Ideen und tauschten Know-how aus. Risikokapitalgeber und erfahrene Gründer gaben Feedback.

In der Arena nebenan stellte sich Evernote-Gründer Phil Libin den Fragen des Publikums und vermittelte Einblicke in die Arbeitsweise eines international erfolgreichen Start-ups. "Gründer seien oft enthusiastisch und voller innovativer Ideen. Sie würden in der Ideenfülle jedoch häufig die Entwicklung des eigenes Produktes aus den Augen verlieren, meinte der Evernote-Gründer.

Breites Spektrum

Das Spektrum der bei dem Festival vertretenen Start-ups und Gäste ist breit. Mobile Anwendungen sind bei der Veranstaltung ebenso Thema wie Musikdienste, Bezahlsysteme oder Robotik. "Wir wollen die gesamte Bandbreite an Innovationen aufzeigen", sagte Festival-Veranstalter Furian.

Am Nachmittag diskutierten etwa Adam Cheyer, der die beim iPhone zum Einsatz kommende Spracherkennungssoftware Siri entwickelte, mit Vishal Sharma von Google Now über virtuelle Assistenten. Vom Ende der herkömmlichen Suche könne noch keine Rede sein, so die beiden Experten. Die Technologie befinde sich noch in einer frühen Phase und funktioniere lediglich in einigen Bereichen. Aufkommende Geräte wie Smart Watches oder Datenbrillen (Google Glass) würden zu unterschiedlichen Interaktionsformen führen. Apple und Google hätten jedoch mit dem Einsatz solcher Technologien am Massenmarkt Türen aufgestoßen. Für Start-ups könnte es eine lohnende Herausforderung sein, die Schwachstellen der persönlichen digitalen Assistenten zu beseitigen, sagte Cheyer.

Austausch

"Das Netzwerken ist das Wichtigste", sagte Andreas Langegger von der vor kurzem gestarteten Wiener Immobiliensuchmaschine Zoomquare (futurezone-Bericht), die ihren Dienst am Stand des Austrian Wirtschaftsservice (AWS) präsentierte. Das Pioneers-Festival biete Gelegenheit zum Austausch mit anderen Gründern, Investoren und Förderstellen.

Am Donnerstag sind unter anderem noch Eben Upton von Raspberry Pi, Charles Adler von der Crowdfunding-Plattform Kickstarter und Eric Migicovsky vom Smartwatch-Projekt Pebble in der Wiener Hofburg zu Gast. Zum Ausklang des Festivals werden am Donnerstagabend die Gewinner der Start-up-Challenge gekürt. 670 Start-ups aus aller Welt haben sich für den Wettbewerb angemeldet. 50 von ihnen konnten am Investors Day des Festivals, der am Dienstag stattfand, ihre Projekte präsentieren. Den Siegern winkt neben dem Pioneers Festival Award eine Weltreise, die neben Shenzen, Singapur und New York auch ins Silicon Valley führen wird.