Typisch für Blackberry-Smartphones: Ein horizontal ausgerichtetes Display und eine kleine QWERTY-Tastatur

© APA/BAGUS INDAHONO

Versuch
01/22/2014

RIM will Blackberry mit Immobilien-Verkäufen retten

RIM will sich mit Immobilienverkäufen einen finanziellen Spielraum schaffen, um Blackberry wieder auf Vordermann zu bringen.

Blackberry will sich angesichts der Übermacht von Android-Handys und Apples iPhone neu aufstellen. Dafür braucht das Unternehmen Geld. Immobilienverkäufe sollen dabei helfen. Die Mehrheit der Gebäude im Heimatland Kanada werde abgestoßen, teilte das Unternehmen am späten Dienstag mit. Der noch benötigte Teil der Flächen soll danach zurückgemietet werden.

Der Immobilienverkauf verschaffe dem Unternehmen finanzielle Luft, erklärte der seit November amtierende Konzernchef John Chen. Wie viel Geld das Geschäft einbringen soll, sagte er nicht. Beim Verkauf soll die Immobilienfirma CBRE helfen.

Blackberry hatte zuletzt einen hohen Verlust geschrieben, denn seine Smartphones waren zu Ladenhütern geworden. Der Markt wird von Apples iPhone und Android-Handys wie Samsungs Galaxy S4 beherrscht.

Geschäftskunden im Fokus

Chen will das kanadische Unternehmen nun vor allem auf Geschäftskunden ausrichten. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht: Der neue Chef rechnet erst zum Geschäftsjahr 2016 mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Chen löste den deutschen Manager Thorsten Heins ab, der es nicht geschafft hatte, mit neuen Smartphone-Modellen verlorene Marktanteile zurückzuerobern. Bereits Heins hatte die eigene Fertigung zurückgefahren und tausende Mitarbeiter entlassen. Chen verpflichtete schließlich den Apple-Auftragsfertiger Foxconn als Produktionspartner.

Das macht viele Immobilien überflüssig, vor allem in Kanada. "Blackberry wird seine Firmenzentrale auch weiterhin in Waterloo haben", versicherte Chen allerdings. Die Stadt mit 100.000 Einwohnern liegt in der Nähe von Toronto.

Blackberry hatte die Anfänge des Smartphone-Geschäfts geprägt. Die Geräte mit ihrer typischen Tastatur wurden zum Statussymbol von Managern. Doch mit der Vorstellung des iPhones 2007 drehte der Wind. Der kanadische Pionier verpasste den Trend zu berührungsempfindlichen Displays und der Niedergang setzte ein. Chen will sich allerdings auch weiterhin mit einem Fokus auf Tastaturen von der Masse der anderen Hersteller abheben, nachdem das Touchscreen-Modell Z10 floppte.

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