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Dementi

SAP will am Standort Deutschland festhalten

Der Software-Konzern SAP bekennt sich trotz seiner starken Orientierung am US-Markt zu seinem Heimatstandort. „SAP ist eine deutsche Company mit Wurzeln und Headquarter in Deutschland - und das wird so bleiben“, sagte der Geschäftsführer von SAP Deutschland, Hartmut Thomsen, in einem Pressegespräch. Schließlich habe auch der amerikanische Vorstandschef Bill McDermott wie angekündigt inzwischen ein Haus in Heidelberg nahe der Firmenzentrale in Walldorf bezogen. Der Anteil des Heimatstandorts an der Konzern-Belegschaft werde jedoch auf längere Sicht weiter zurückgehen, sagte Thomsen.

Im vergangenen Jahr hatten Beschwerden von Aufsichtsratschef und Mit-Firmengründer Hasso Plattner über die Schwerfälligkeit der Entwickler in Deutschland und sein überschwängliches Lob der Innovationskraft im Silicon Valley Spekulationen ausgelöst, SAP wolle die Zentrale in die USA verlagern. Dass der Amerikaner McDermott seit Mai allein an der Spitze des Konzerns steht, den er zuvor zusammen mit dem fließend deutsch sprechenden Dänen Jim Hagemann Snabe geleitet hatte, zerstreute trotz aller Dementis solche Sorgen in der Belegschaft nicht.

Ausrichtung auf USA

Da das Software-Geschäft, gerade mit der als zukunftsträchtig geltenden Mietsoftware über das Internet, in den USA stärker wächst als in Deutschland, werde sich die Balance bei der Belegschaft noch stärker Richtung Übersee neigen, sagte Thomsen, der die deutsche Vertriebstochter von SAP führt. Schon heute arbeiten in den USA, dem wichtigsten Einzelmarkt des größte europäischen Software-Hauses, etwas mehr Menschen als in Deutschland mit seinen rund 17.000 Beschäftigten. Insgesamt hat der Marktführer für Firmensoftware 66.500 Mitarbeiter in 130 Ländern.

Großes Potenzial für SAP sieht Thomsen bei Finanzsoftware für Banken und Versicherungen. Hier beruhe ein großer Teil der Software noch auf Eigenentwicklungen. Da häufig mit den spezialisierten Programmierern auch das Know-how zur Pflege der Programme in Rente gehe, wachse der Bedarf an externer Software. Auch die steigenden Anforderungen der Aufsichtsbehörden, die für ihre Kontrolle von den Geldhäusern immer mehr Daten in immer kürzerem Zeitabstand verlangten, könnten den Umsatz von SAP beflügeln, erklärte Thomsen.

Die vor zwei Jahren eingeführte Datenbank-Software Hana, mit der gigantische Datenmengen in Sekunden-Bruchteilen verarbeitet werden können, biete gute Voraussetzungen für entsprechende Produkte.

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