B2B
20.04.2016

Schwache iPhone-Nachfrage dämpft Japans Exporte

Ein starker Yen und die deutlich sinkende iPhone-Nachfrage sorgen für einen deutlichen Exportrückgang in Japan. Zahlreiche Apple-Lieferanten befinden sich in Japan.

Der starke Yen und eine schwächere iPhone-Nachfrage machen Japans Exporteuren zu schaffen. Die Ausfuhren sanken im März den sechsten Monat in Folge und zum Vorjahr um 6,8 Prozent, wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte. Im Februar hatte es bereits einen Rückgang um 4,0 Prozent gegeben. „Eine verzögerte Erholung der US-Wirtschaft, eine Verlangsamung in China und maue Nachfrage für Elektronik-Teile wegen einer geringeren iPhone-Produktion sind Gründe für die schwachen Exporte“, sagte Analyst Hidenobu Tokuda von Mizuho Research.

Großer Rückgang erwartet

Denn die japanischen Elektronik-Konzerne bekommen als Apple-Lieferanten die stockende Produktion der Amerikaner zu spüren. Analysten erwarten, dass Apple nächste Woche den bisher größten Quartals-Rückgang bei den iPhone-Auslieferungen vorlegt. Die Exporteure spüren auch Gegenwind durch die geringere Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern. Allein nach China, dem größten Handelspartner Japans, wurden 7,1 Prozent weniger Waren geliefert. Die Exporte in die USA schrumpften um 5,1 Prozent.

Japan führte aber auch weniger ins Land ein. Die Importe fielen um 14,9 Prozent. Die jüngsten Erdbeben im Süden Japans könnten Experten zufolge die Lieferkette in der Industrie beeinträchtigen und die Produktion bremsen. Großkonzerne wie der Autobauer Toyota und der Elektronikkonzern Sony mussten zuletzt ihren Ausstoß drosseln. Im Kampf gegen eine drohende Rezession hat die japanische Notenbank zuletzt wiederholt signalisiert, dass sie die Geldschleusen notfalls noch weiter öffnen werde. Derweil bestätigte die Ratingagentur Standard & Poor's am Mittwoch die gute Kreditwürdigkeit des asiatischen Landes und behielt auch ihren Ausblick dazu stabil.