Ausblick
04/25/2012

Siemens senkt Gewinnprognose drastisch

Stromsparte als Problemkind

Siemens hat seine Gewinnprognose für dieses Jahr drastisch gesenkt. Statt 6,0 Mrd. Euro erwartet Europas größter Elektrokonzern nur noch 5,2 bis 5,4 Mrd. Euro Gewinn aus fortgeführtem Geschäft. Die Probleme bei der Anbindung von Nordsee-Windparks ans deutsche Stromnetz sowie die Sanierung der Telefonnetz-Tochter Nokia Siemens Networks ließen den Gewinn im zweiten Quartal trotz höherer Umsätze um zwei Drittel auf nur noch 1,0 Mrd. Euro einbrechen. Auch der Auftragseingang sank.

Verzögerungen beim Netzanschluss von Windparks und andere Probleme mit Hochspannungsleitungen lasteten im zweiten Geschäftsquartal (zum Ende März) mit 278 Mio. Euro auf der Bilanz, der Beteiligungsverlust von Nokia Siemens Networks (NSN)mit 640 Mio. Euro.

Konjunktur
Zudem bekommt der Konzern die Konjunkturschwäche zu spüren. Im zweiten Quartal nahm der Umfang der Neubestellungen um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 17,9 Mrd. ab. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit weniger Großaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Auf der Umsatzseite profitierte Siemens noch von den Aufträgen der Vergangenheit, die Einnahmen kletterten um neun Prozent auf 19,3 Mrd. Euro. Die Probleme bei der Aufstellungen von Umspannwerken auf See schlugen sich im abgelaufenen Geschäftsquartal erneut auf den Gewinn nieder. Aus fortgeführtem Geschäft erreichte die Firma noch ein Ergebnis von knapp 1,1 Mrd. Euro, zwei Drittel weniger als vor einem Jahr als Siemens allein 1,5 Mrd. Euro aus dem Verkauf seiner Beteiligung an Areva NP verbuchte. Die Ergebniszahlen lagen im Rahmen der Analystenerwartungen.

Konzern trotzdem "auf Kurs"
Vorstandschef, der gebürtige Österreicher, Peter Löscher betonte, trotz der Ergebnisprobleme sei die Einnahmenseite seines Hauses intakt. „Für das Geschäftsjahr 2012 sind wir bei Auftragseingang und Umsatz auf Kurs, unsere Ziele zu erreichen." Siemens peilt auf Jahressicht ein moderates Umsatzplus an.

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