© Tamara Gmaschich

Studie
09/15/2011

Software- und IT-Branche als Jobmotor

Die heimische Software- und IT-Branche beschäftigt laut einer aktuellen Studie rund 100.000 Mitarbeiter. Der Verband der Software-Industrie fühlt sich von der Politik stiefmütterlich behandelt und erneuert seine Forderung nach einem eigenem Staatssekretär.

Die heimische Software- und IT-Industrie (exklusive Telekommunikation) erweist sich auch bei der Beschäftigung als Wachstumsbranche. Wie aus einer Studie (PDF) der Universität  Klagenfurt hervorgeht, beschäftigen 23.000 Unternehmen rund  100.000 Mitarbeiter, 80 Prozent davon sind Vollzeitstellen. „Seit der letzten Erhebung 2003 ist die Beschäftigung deutlich zweistellig gewachsen“, analysiert Studienautor Gottfried
Haber vom Institut für Volkswirtschaft an der Uni Klagenfurt. Dazu kämen 25.000 Jobs als Freelancer.

Der Verband der österreichischen Softwareindustrie (VÖSI), der die Studie in Auftrag gab,  will vor allem Frauen  noch mehr für einen technischen Beruf begeistern: „Es gibt noch immer viel zu wenige Bewerberinnen, dabei lässt sich in  unserer Branche auch hochqualifizierte Teilzeitarbeit leichter organisieren als anderswo“, sagt VÖSI-Vizepräsident  Manfred Prinz. Die Frauenquote in der Branche beträgt derzeit 21 Prozent, die meisten davon dürften aber in der Administration arbeiten.

Nintendo-Generation
Um den Fachkräftemangel vorzubeugen, müsse schon bei der Jugend  angesetzt werden. Die „Nintendo“-Generation bevorzuge zu sehr die spielerische als die analytische Form der Software, beklagt VÖSI-Präsident und Beko-Chef Peter Kotauczek: „Wir haben dadurch einen Versorgungsnotstand im Highend-Bereich“. Heute würden von IT-Fachkräften komplexere Qualifikationen erwartet als noch vor einigen Jahren, so Kotauczek, „man denke nur an den ganzen Bereich der
Elektromobilität“. Die Ost-Öffnung des heimischen Arbeitsmarktes im Mai habe in der Branche bisher „keine nennenswerten Effekte“ gehabt.
„Wir fürchten eher, dass gute Leute von uns nach Osteuropa abwandern“, so Kotauczek.

Forderung an die Politik
Einmal mehr erneuerte der VÖSI seine (Uralt)-Forderung nach einem eigenen Staatssektretär  in der Regierung, der sich für die Belange der  heimischen IT-Branche einsetzt. „Statt den Koralmtunnel zu bauen, sollte die Regierung lieber eine IT–Initiative starten“, fordert Prinz. Der österreichische Software-Verband feiert heuer sein 25-Jahr-Jubiliäum. Er vertritt 50 große und mittlere Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen mit insgesamt rund 15.000 Beschäftigten.