B2B
10.06.2011

Stadt Wien fördert Musikwirtschaft

Die Stadt Wien will die Musikwirtschaft fördern. Die städtische Wiener Förderagentur departure vergibt mit ihrem Fördercall "Neue Töne der Musikwirtschaft" 800.000 Euro für innovative Projekte.

„Die Musikwirtschaft ist ein Kernbereich der Kreativwirtschaft und trägt wesentlich zur Wirtschaftsleistung der Stadt bei“, erklärte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag. Im Vordergrund des Themen-Calls „focus Musik - Neue Töne der Musikwirtschaft“ steht die Förderung von Innovationen, um die Wiener Musik und Musikwirtschaft in ihrer Entwicklung zu unterstützen und einen Beitrag zu ihrer Nachhaltigkeit zu leisten. Zudem soll das internationale Renommee der Musikszene gestärkt werden.

Unternehmen und Unternehmensgründer, die an der wirtschaftlichen Verwertung und Verbreitung von Musik beteiligt sind und ihren Sitz in der Bundeshauptstadt haben, können bis 3. Oktober Projekte einreichen. Insgesamt werden 800.000 Euro ausgeschüttet.

Umbruchsituation
Die Musikwirtschaft befinde sich seit vielen Jahren in einer Umbruchsituation, betonte „departure“-Noch-Geschäftsführer Christoph Thun-Hohenstein: „Wir leben im digitalen Zeitalter, das unglaubliche Neuerungen mit sich bringt.“
Im Zentrum des Calls stehen laut Ausschreibung Produkt-, Prozess-, Dienstleistungs-, Schnittstellen- und Netzwerkinnovationen. Als Orientierung steht ein von Peter Tschmuck, Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, und weiteren Autoren verfasstes White Paper focus Musik zur Verfügung.

Als Projektbeispiele nannte Tschmuck bei der Pressekonferenz die Miteinbeziehung von Musikrezipienten in den Entstehungsprozess von Musik, den Einsatz von 3-D-Technologie bei Konzerten sowie kommerzielle Meta-Suchsysteme für Streaming- und Downloadportale. Gesucht werden laut Tschmuck auch Konzepte, um das Image Wiens als Musikstandort ins 21. Jahrhundert zu bringen. Nicht subventioniert werden Musikproduktionen, etwa von Bands. Zielgruppe der Ausschreibung sind unter anderem Musikproduzenten, Labelbetreiber, Musikverlage, Musikveranstalter, Agenturen, Rechtenutzer und Verwertungsgesellschaften oder mit der Verwertung von Musik befasste Unternehmen.

Jury entscheidet im November
Im November wird eine Jury unter dem Vorsitz von Mark Chung, geschäftsführender Gesellschafter der Freibank Musikverlags und -vermarktungs GmbH, über die Vergabe des Subventionsbudgets entscheiden. Für die Beurteilung wird laut Thun-Hohenstein neben Kreativität Wert auf die Qualität des Projekts gelegt. Das Vorhaben muss realisierbar sein.

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