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Arbeitsrecht

Streik bei Amazon Deutschland droht

Am größten deutschen Standort des Internet-Versandhändlers Amazon in Bad Hersfeld stehen die Zeichen auf Streik. Die Gewerkschaft Verdi ruft die 3300 Mitarbeiter ab Montag zur Urabstimmung auf. „Wir wollen uns bei unseren Verdi-Mitgliedern rückversichern, ob die Streikbereitschaft vorhanden ist", teilte Bernhard Schiederig, der Landesfachbereichsleiter Handel und Tarifverantwortlicher der Gewerkschaft, am Sonntag mit. „Es ist nicht akzeptabel, dass Amazon als der größte Online-Versandhändler keiner Tarifbindung unterliegt."

Streik in Leizpig fixiert
Die Geschäftsführung von Amazon habe den Tarifvertrag in einem Gespräch mit der Verdi-Tarifkommission zuletzt erneut abgelehnt, sagte Schiederig. Nun stünden die Zeichen auf Arbeitskampf. Mit einem Ergebnis der Abstimmung rechnet Verdi in der ersten Mai-Woche. Für einen Streik hatten bereits die Gewerkschaftsmitglieder am Amazon-Standort Leipzig gestimmt.

Falscher Tarif
Verdi fordert für die Amazon-Beschäftigten tarifliche Arbeitsbedingungen auf dem Niveau der Einzel- und Versandhandelsbranche. „Mit Tarif wäre der monatliche Verdienst für die größte Beschäftigungsgruppe der Kommissionierer und Packer 120 Euro höher", rechnet die Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke vor. Amazon orientiert sich an der Bezahlung der Logistikbranche.

Kritik nach Beitrag
Das Image des Versandhändlers hatte vor allem nach einer ARD-Fernsehreportage gelitten, in dem dem Internet-Versandhändler widrige Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung sowie Schikanen durch einen von Amazon beschäftigten, privaten Sicherheitsdienst vorgeworfen wurden. Bis Anfang Mai wird mit einer Entscheidung gerechnet.

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