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Telekommunikation
11/20/2013

T-Mobile geht bei Frequenzauktion in Berufung

Die beiden verbliebenen Konkurrenten A1 und „Drei“ prüfen derzeit noch, ob sie ebenfalls Einspruch gegen den Frequenzbescheid erheben wollen.

„Ja, wir gehen in Berufung“, so T-Mobile-Sprecherin Barbara Holzbauer zum heute, Mittwoch, zugestellten Bescheid der Telekom-Control-Kommission zur Frequenzverteilung nach der zwei Milliarden Euro schweren „LTE-Auktion“. Details würden am kommenden Montag bekannt gegeben, noch studiere man die Feinheiten des Behördenentscheids. Alle österreichischen Mobilfunker haben angekündigt, eventuell klagen zu wollen.

Marktführer Telekom Austria (A1) will sich noch nicht in die Karten schauen lassen. Bis Ende Dezember habe man nun Zeit den Bescheid zu prüfen, „in der ersten Dezemberhälfte werden wir entscheiden, ob wir Beschwerde einlegen werden“, sagte Telekom-Sprecher Peter Schiefer auf APA-Anfrage. Ihre Bedenken gegen die Frequenzauktion habe die Telekom bereits zu Protokoll gegeben, öffentlich wolle man über mögliche Beschwerdegründe noch nicht sprechen, sagte Schiefer.

Tschechische Frequenzen kosten rund ein Sechstel

„Drei“ (Hutchison) stellte heute noch einmal klar, dass für sie das Auktionsverfahren „formal und inhaltlich rechtswidrig“ war. „Die völlig irrationalen Frequenzkosten bedeuten einen massiven Schaden für den österreichischen Mobilfunk und seine Kunden. Wir sind enttäuscht, dass die Regulierungsbehörde trotz einhelliger Bedenken über die massiven Verfahrensmängel die Bescheide endgültig zugestellt hat. Wir werden den Bescheid eingehend analysieren und behalten uns eine formale Beschwerde vor“, so „Drei“-Chef Jan Trionow.

Noch offen ist, was der Staat mit den Auktionserlös von zwei Milliarden Euro macht. Aus dem Infrastrukturministerium ist zu hören, dass noch nichts entschieden sei. Einen Monat haben die Mobilfunker nun Zeit, das Geld zu überweisen. Offen ist auch was passiert, wenn der Verwaltungsgerichtshof den Einsprüchen gegen den Bescheid recht gibt. In Tschechien sind heute die LTE-Lizenzen vergeben worden. T-Mobile, Telefonica und Vodafone haben zugeschlagen und dafür insgesamt 312 Mio. Euro gezahlt. Zwei tschechische Interessenten gingen entgegen den Erwartungen von Analysten leer aus.