© Jürg Christandl

Quartalsbericht
05/11/2011

Telekom Austria nach Stellenabbau tiefrot

Die Telekom Austria hat in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres wegen Rückstellungen für den Personalabbau tiefrote Zahlen eingefahren. Unter dem Strich stand von Januar bis März ein Minus von 79,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 91,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Neben Sonderkosten von gut 184 Millionen Euro für den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen lasteten Ausgaben - vor allem für die Vermarktung von Smartphones - auf dem Unternehmen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) schrumpfte daher um gut sieben Prozent auf 396,7 Millionen Euro, wie die Telekom Austria am Mittwoch mitteilte.

Die Telekom Austria betonte am Mittwoch, dass die Zahlen zum ersten Quartal 2011 nur deshalb nicht so erfreulich sind, weil die Sozialpläne von den großteils unkündbaren Beschäftigten sehr gut angenommen wurden, dies aber nachhaltig die Konzernzahlen verbessere. „Dieser Quartalsverlust hat keine operativen Ursachen, sondern eine rein bilanzrechtliche“, beruhigte Finanzvorstand Hans Tschuden. Demnach haben 514 Mitarbeiter mittels Sozialplan dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Konzernchef Hannes Ametsreiter betonte, dass man die Verluste bewusst eingegangen sei, um sich damit für die nächsten sieben Jahre zu entlasten.

Zuwächse bei mobilem Breitband

Erfreulicher lief da schon das weiterhin boomende Geschäft mit mobilen Breitbandanschlüssen. Hier legte der Konzern um 51 Prozent auf 1,23 Millionen Kunden zu. Das Volumen der Sprachminuten im Festnetz sank weiter, allerdings stieg die Zahl der Anschlüsse. „Die Kundenerlöse bleiben dank der starken Nachfrage nach Festnetz- und mobilen Breitbandprodukten nahezu stabil“, betonte Ametsreiter. Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse erhöhte sich um 7.300.

Wie hart der Wettbewerb in Österreich ist zeigt sich am weiterhin sinkenden Durchschnittsumsatz je Kunden. Dieser gab im Festnetz um 2,4 und im Mobilfunk gar um acht Prozent nach. Insgesamt gab der Konzernumsatz hierzulande um 3,3 Prozent auf 738,3 Millionen Euro nach.

Bei ihren jüngsten Expansionsplänen am Balkan hatte die Telekom Austria vorerst einen Rückschlag einstecken müssen: Die serbische Regierung hatte ihr bis zu 1,1 Milliarden Euro schweres Angebot für die Telekom Srbija abgelehnt. Die Telekom hatte jedoch betont, das Angebot gelte drei Monate lang.Wie viel der misslungene Deal an Beraterkosten und Rechtsanwaltsgebühren gekostet hat ist nicht bekannt.

Stagnierende Umsätze

Für das laufende Jahr geht die Telekom Austria weiterhin von stagnierenden Umsätzen von bis zu 4,6 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn von bis zu 1,6 Milliarden Euro aus. Ametsreiter will heuer bis zu 800 Millionen Euro investieren. Die Dividende solle bei maximal 0,76 Euro je Aktie liegen.