© Jürg Christandl

Zahlen
02/24/2011

Telekom Austria steigert Gewinn

Die Telekom Austria verzeichnete 2010 Umsatzrückgänge konnte aber den Gewinn steigern. Der intensive Wettbewerb am heimischen Markt und Regulierungsmaßnahmen werden das Geschäft auch weiter belasten. Breitbanddienste und Umsätze mit Smartphones sollen die Rückgänge kompensieren.

Die Telekom Austria hat in vergangenen Jahr wegen des intensiveren Wettbewerbs und höherer Roaminggebühren weiter an Umsatz verloren und damit auch operativ weniger verdient. Weil aber 2010 keine Sonderabschreibungen auf Beteiligungen anfielen, verdoppelte sich der Gewinn auf 195,2 Millionen Euro, von 94,9 Millionen Euro im Jahr 2009, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Für 2010 wird die Telekom wie angekündigt eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie ausschütten.

Die Telekom Austria erlöste 4,65 Milliarden Euro, ein Rückgang von 3,1 Prozent. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) fiel um neun Prozent auf 1,646 Milliarden Euro. Analysten hatten 1,62 Milliarden Euro erwartet.

Netzausbau und Smartphones
Der intensivere Wettbewerb und Regulierungsmaßnahmen werden 2011 das Geschäft der Telekom Austria weiter belasten. „Der wettbewerbsbedingte Druck auf die Erlöse wird uns auch in Zukunft begleiten“, sagte TA-Chef Hannes Ametsreiter am Mittwoch.
Der Ausbau von Breitbanddiensten und der Erfolg der Smartphones sollen die erwarteten Umsatzrückgänge kompensieren.

In Zahlen gegossen heißt das: Der Konzernumsatz soll 2011 bei 4,6 Milliarden Euro stagnieren. Um den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) bei 1,6 Milliarden Euro stabil zu halten, müsse der Konzern sparen, sagte Ametsreiter. „Nach den Umstrukturierungen fokussieren wir heuer auf die operative Performance und damit auf Themen wie Konvergenz, Ausbau des Netzes und Smartphones“, sagte er.

Märkte gesättigt
Die Telekom Austria ist nicht das einzige Unternehmen in der Branche, das mit einem stagnierenden Geschäft kämpft. Erst vergangene Woche hatte die Swisscom einen verhaltenen Ausblick gegeben. Die Deutsche Telekom wird am Freitag Zahlen vorlegen. Experten erwarten bei dem deutschen Konzern ein rückläufiges Ebitda.

Das Problem der Branche ist die zunehmende Sättigung der Märkte. Zwar hat die Telekom Austria eine Million neue Kunden im Mobilfunk gewonnen und hat nun 19,9 Millionen Kunden. Die Preise in Österreich, Bulgarien und Kroatien waren aber weiter unter Druck. Nur in Weißrussland und in den noch relativ neuen Märkten Serbien und Mazedonien gab es ein leichtes Umsatzwachstum.

Trendumkehr im Festnetz
Eine Trendumkehr gelang der Telekom Austria zumindest im inländischen Festnetzmarkt: Mit Bündelprodukten - Festnetz, Internet und Telefon - wurde erstmals wieder ein leichtes Plus bei den Anschlüssen erzielt, während etwa die Deutsche Telekom laut den Wienern 5,7 Prozent Festnetzanschlüsse verlor.
   
Die Zukunft liege in Breitbanddiensten und bei Smartphones, sagte Ametsreiter. 2010 waren ein Viertel aller neuen Handys der Telekom Austria Smartphones. Benutzer dieser Generation von Geräten brächten auch mehr Umsatz, weshalb der Ausbau des Netzes dafür vorangetrieben werden soll. Wiederum an die 750 Millionen Euro investierte der Konzern in diesem Jahr, so Ametsreiter.