B2B
07.06.2011

Testlauf für IPv6-Standard von Facebook & Co

Für einen groß angelegten Probelauf stellen Unternehmen aus aller Welt am Mittwoch, dem offiziellen "World IPv6-Day", ihre Internetseiten nach neuen Datenverkehrsregeln bereit.

Parallel zu den alten Standards nach dem Internetprotokoll der Version vier (IPv4) werden die Konzerne für 24 Stunden das neue Internetprotokoll der sechsten Version (IPv6) aktivieren, wie der Branchenverband Bitkom in Berlin mitteilte. Am World IPv6-Day beteiligen sich den Angaben zufolge unter anderem internationale Internetriesen wie Google, Facebook oder Yahoo.

Bei der Umstellung von IPv4 auf IPv6 geht es vor allem darum, neue sogenannte IP-Adressen zu gewinnen. Diese bestehen derzeit aus 32 Nummern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie .de oder .com. Außerdem bekommt jedes Gerät, das sich mit dem Internet verbindet, eine solche Adressnummer zugewiesen. Der 1980 eingeführte IPv4-Standard ermöglichte es, 4,3 Milliarden Adressen einzurichten.

Beschränkter Vorrat an IPv4
Voraussichtlich Ende des Jahres gibt es laut Bitkom jedoch keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr. In Asien sind sie bereits im April ausgegangen, berichtete das Asia Pacific Network Information Centre. Um Nachschub an neuen Internet-Adressen zu liefern, ist eine Umstellung auf ein neues Internetprotokoll nötig.

Beim neuen IPv6-Standard besteht jede IP-Adresse aus 128 Nummern, möglich sind dadurch 340 Sextillionen Adressen - als Zahl. Einen Test in der Größenordnung, wie er am Mittwoch stattfindet, habe es bisher noch nicht gegeben, erklärte der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rats, Christoph Meinel. Die Teilnehmer wollten mit dem Aktionstag ausprobieren, wie alltagstauglich IPv6 schon ist, sowie unerwartete Fehler und Probleme aufspüren.

Die Mehrheit der Internet-Nutzer soll den Angaben zufolge von dem Testlauf nichts mitbekommen. Die neueren Betriebssysteme unterstützten den neuen Standard bereits. In seltenen Fällen könne es zu Problemen beim Aufruf der teilnehmenden Webseiten kommen, teilte der IPv6-Rat weiter mit. Schätzungen zufolge könnten davon 0,05 Prozent aller Internet-Nutzer betroffen sein.

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