B2B
27.01.2017

Toshiba beschließt Abspaltung der Chip-Sparte

Der angeschlagene japanische Konzern braucht dringen Geld und will mit dem Verkauf des "Tafelsilbers" bis zu zwölf Milliarden Euro einnehmen.

Der in finanziellen Schwierigkeiten steckende japanische Elektronikkonzern Toshiba will sein Geschäft mit Speicherchips abspalten und dann Anteile daran verkaufen. Ende März soll die Sparte eigenständig werden, wie das Unternehmen am Freitag in Tokio mitteilte. Toshiba braucht wegen großer Probleme im US-Atomkraftwerksgeschäft dringend Geld. Insidern zufolge schätzt das Unternehmen den Wert der Sparte auf umgerechnet etwa acht bis zwölf Milliarden Euro.

Auf die Japaner kommen hier Abschreibungen in Milliardenhöhe zu - nach Informationen der japanischen Agentur Kyodo könnten diese umgerechnet bis zu 5,7 Milliarden Euro ausmachen. Toshiba hat nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung zuletzt ohnehin hohe Verluste eingefahren und musste schon Konzernteile verkaufen.

Geschäft mit SSD

Der Konzern ist im Geschäft mit Speicherchips gut unterwegs, die Halbleiter stecken unter anderem in den schnellen SSD-Festplatten für PCs und Laptops, finden sich aber auch in Smartphones. Mit gut 50 Milliarden Yen (407 Mio Euro) strich Toshiba mehr als die Hälfte des operativen Gewinns im ersten Geschäftshalbjahr in dieser Sparte ein.

Toshiba wolle die Kontrolle über das Geschäft auch behalten, sagte eine informierte Person der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach sollen 20 bis 30 Prozent der Anteile an mehrere Interessenten gehen, unter anderem an den japanischen Rivalen Canon und Finanzinvestoren.