B2B
27.10.2016

Uber wird zum Frächter

Mit "Uber Freight" will Uber ins Logistikgeschäft einsteigen. Als Basis soll Technologie der Firma Otto dienen, die Uber im Juli für 65 Millionen US-Dollar übernommen hat.

Die Firma Otto hat an selbstfahrenden Lastwagen gearbeitet, bevor Uber eingestiegen ist. Ziel war es, ein Uber für LKW-Transporte zu errichten. Diesen Plan führt der neue Eigentümer jetzt fort. Mit Uber Freight wird jetzt der erste Schritt gemacht, das Produkt ist für einige Kunden bereits verfügbar, wie Business Insider berichtet. Der offizielle Start ist für nächstes Jahr geplant. Vorerst gibt es hier eine Kontaktbörse, die Lieferanten mit Lastwagenfahrern zusammenbringt. Üblicherweise werden solche Kontakte heute von Firmen hergestellt, die dafür zwischen 15 und 20 Prozent Provision kassieren.

Uber will diesen Mittelsmann eliminieren und den Versendern von Waren angebot- und nachfragebasierte Preise bieten. Diese flexible Preisgestaltung könnte auch dazu führen, dass die Preise zeitweise höher ausfallen, als mit dem heutigen System. Uber ist aber der Ansicht, dass es auf dauer kosteneffektiver für die Warenversender ist. Andere Anbieter arbeiten an ähnlichen Systemen. "Wir reden von Warenversand im Wert von hunderttausenden Dollar. Man braucht eine Firma mit entsprechender Größe, um das zu bewältigen", zeigt sich Uber siegessicher.

Derzeit arbeitet Uber noch daran, die Software anzupassen. So müssen etwa Ladung und vermittelter LKW immer kompatibel sein, etwa für Gefahrentransporte. Ein Problem dabei ist, dass Frachtunternehmen oft veraltete IT-Systeme verwenden, die eine Integration des Uber-Services erschweren. Die Vision von selbstfahrenden LKW, die Otto einst hatte, soll auch unter Uber weiterleben. Wenn Uber Freight erfolgreich ist, sollen Kunden die ersten Firmen sein, die ihre LKW mit Autonomie-Bausätzen selbstfahrend machen. Mit den Daten, die Uber mit Einverständnis der Freight-Kunden sammeln will, könnten solche Systeme trainiert werden.