Markt
12/09/2011

Umstrukturierungen bei Sony DADC

Stellenabbau in Salzburger Werk wegen wegbrechendem CD- und DVD-Geschäft in Planung

Bei Sony DADC haben am Freitag die Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau im Werk Anif bei Salzburg begonnen. Aufgrund des wegbrechenden Geschäftes mit CDs und DVDs seien Umstrukturierungen notwendig, begründete Unternehmenssprecherin Christina Schobesberger gegenüber der APA. Wie viele der mehr als 1.300 Mitarbeiter im Bundesland Salzburg betroffen sein werden, wurde am Freitag noch nicht bekannt.

„Wir hatten in den letzten Jahren jeweils mehr als zehn Prozent Rückgang beim Absatz von CDs und DVDs, weil zunehmend auf digitalen Vertrieb über das Internet umgestiegen wird“, so die Sony-Sprecherin. Darauf habe man reagieren müssen und werde nun die Kräfte in Europa neu bündeln und Doppelgleisigkeiten beseitigen.

Bio Science statt CDs
Gleichzeitig setzt Sony aber auf neue Geschäftsfelder, etwa digitale Dienstleistungen, die die bisherigen Disc-Kunden ansprechen. Außerdem wird verstärkt auf Bio Science gesetzt, hier werden unter anderem intelligente Probeträger entwickelt, die bei der Diagnose von Krebserkrankungen oder bei Drogenschnelltests verwendet werden können.

Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen werde es zum Abbau von Stellen kommen, die Mitarbeiterzahl werde aber „auf jeden Fall auch nachher vierstellig bleiben“, so Schobesberger. Die kolportierten 300 Stellen, die gestrichen werden sollen, seien sicher zu hoch gegriffen. Außerdem blieben mit Sicherheit beide Werke in Salzburg, also neben Anif auch Thalgau, erhalten.

Gespräche laufen
In der ersten Verhandlungsrunde haben heute Geschäftsführung und Betriebsrat, der auch von der Gewerkschaft unterstützt wurde, ihre Vorstellungen eingebracht. Beide Seiten gaben sich anschließend sehr zugeköpft: Die Geschäftsführung wollte sich gar nicht äußern, Betriebsrats-Vorsitzender Fritz Wodnar berichtete, dass man an einem Sozialplan arbeite.

Laut Gewerkschafter Gerhard Zuckerstätter ist die Unternehmensleitung sehr um eine sozial verträgliche Lösung bemüht, das Gespräch sei in gutem Klima verlaufen. Laut Schobesberger soll bis Mitte Jänner 2012 ein Ergebnis vorliegen.